{"id":199,"date":"2007-07-23T17:57:00","date_gmt":"2007-07-23T15:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=199"},"modified":"2017-03-12T21:26:23","modified_gmt":"2017-03-12T20:26:23","slug":"promianwalte-sind-grundsatzlich-keine-personen-der-zeitgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/promianwalte-sind-grundsatzlich-keine-personen-der-zeitgeschichte\/","title":{"rendered":"Promianw\u00e4lte sind grunds\u00e4tzlich keine Personen der Zeitgeschichte"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify\">Die WELT hatte im Rahmen einer Berichterstattung \u00fcber Streitigkeiten von Prominenten mit der Presse im Zusammenhang mit dem Artikel &#8220;Der R\u00e4cher der Genervten&#8221; ein Lichtbild eines Anwalts ver\u00f6ffentlicht.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Zeitung war der Ansicht, dass der Anwalt &#8211; als bekannter Presse- und Medienrechtsanwalt &#8211; als eine relative Person der Zeitgeschichte im hier relevanten Kontext der Auseinandersetzung um grundlegende Entwicklungen im Presserecht, insbesondere das massive Vorgehen von Prominenten gegen die Presse, anzusehen sei. Die Ver\u00f6ffentlichung des Bildes sei deshalb zul\u00e4ssig gewesen.<\/p>\n<p>Das sah das Landgericht Berlin <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/persoenlichkeitsrecht\/188\/5\/5\"><span style=\"font-weight: bold\">(Urteil v. 08.03.2007, Az. 27 O 1208\/06)<\/span><\/a> anders.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mitnichten handele es bei der beruflichen Rechtewahrnehmung des Kl\u00e4gers f\u00fcr seine prominenten Mandanten um ein zeitgeschichtliches Ereignis. Seine von der Beklagten als massiv kritisierte Vorgehensweise gegen die Presse mache ihn nicht zur Person der Zeitgeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Insbesondere das Argument, dass der Kl\u00e4ger sich selbst auf einer Kanzleihomepage mit einem Bild bewerbe und auch sonst in den Medien pr\u00e4sent sei, lie\u00df das Landgericht nicht gelten. Denn selbst wenn der Kl\u00e4ger im Rahmen seines beruflichen Wirkens hervorgetreten sei und zum Teil das Interesse der \u00d6ffentlichkeit dabei selbst gesucht habe, habe er sich damit nicht des Rechts begeben, \u00fcber sein eigenes Bildnis zu verf\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-weight: bold\">Fazit:<\/span><br \/>\nIm Presserecht t\u00e4tige Anw\u00e4lte stehen h\u00e4ufig zwangsl\u00e4ufig neben ihren meist prominenten Mandanten im Schussfeld des Bericht erstattenden Mediums, da sie es sind, die eine unzul\u00e4ssige Berichterstattung f\u00fcr den Mandanten angreifen. Die Medien versuchen daher h\u00e4ufig, \u00fcber die Anw\u00e4lte \u00f6ffentlich Druck auszu\u00fcben. Insbesondere die BILD-Zeitung ist diesbez\u00fcglich in der Vergangenheit schon <a href=\"http:\/\/www.eisenberg-koenig.de\/entscheidung.php?id=34\"><span style=\"font-weight: bold\">unangenehm aufgefallen<\/span><\/a>. Sch\u00f6n, dass Gerichte diese Unsitte immer wieder mit deutlichen Worten verbieten und nicht verkennen, dass es neben dem Grundrecht der Presse- und Meinungsfreiheit noch andere Grundrechte gibt. (la) <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/persoenlichkeitsrecht\/188\/5\/5\"><span style=\"font-weight: bold\">Zum Urteil<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die WELT hatte im Rahmen einer Berichterstattung \u00fcber Streitigkeiten von Prominenten mit der Presse im Zusammenhang mit dem Artikel &#8220;Der R\u00e4cher der Genervten&#8221; ein Lichtbild eines Anwalts ver\u00f6ffentlicht. 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