{"id":197,"date":"2007-07-17T12:15:00","date_gmt":"2007-07-17T10:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=197"},"modified":"2007-07-17T12:15:00","modified_gmt":"2007-07-17T10:15:00","slug":"eigene-bewerbungsfotos-durfen-nicht-ins-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/eigene-bewerbungsfotos-durfen-nicht-ins-netz\/","title":{"rendered":"&quot;Eigene&quot; Bewerbungsfotos d\u00fcrfen nicht ins Netz"},"content":{"rendered":"<div>Die Grundregel ist einfach: Ver\u00f6ffentlicht jemand urheberrechtlich gesch\u00fctztes Material im Netz, muss er auch die entsprechenden Nutzungsrechte haben. Das gilt &#8211; und jetzt kommts &#8211; sogar f\u00fcr Fotos, auf denen man selbst zu sehen ist. Dar\u00fcber hatte ein Anwalt, der im Fotostudio Portr\u00e4tfotos f\u00fcr Bewerbungen fertigen lie\u00df und diese auf seiner Webseite ver\u00f6ffentlichte, offenbar nicht nachgedacht. Das Fotostudio mahnte den Anwalt ab, der sich jedoch weigerte, eine strafbewehrte Unterlassungserkl\u00e4rung abzugeben.<\/div>\n<div>Auf Antrag des Fotostudios erlie\u00df das Landgericht K\u00f6ln<a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/183\/5\/3\"><span style=\"font-weight: bold\"> (28 O 468\/06, Urteil v. 20.12.2006, n. rechtskr\u00e4ftig)<\/span><\/a> daraufhin eine einstweilige Verf\u00fcgung und verbot dem beklagten Anwalt die Nutzung &#8220;seiner&#8221; Bilder:<\/div>\n<div><em><\/p>\n<blockquote><p><em>&#8220;Nach diesem (dem objektiven Empf\u00e4ngerhorizont, Anm. d. Verf.) liegt indes die Auslegung n\u00e4her, dass der Verf\u00fcgungsbeklagte das Lichtbild f\u00fcr Bewerbungen, auch Onlinebewerbungen, an einzelne Arbeitgeber verwenden wollte, um mittels dieser Bewerbungen seine Beraterdienste anzubieten und sich f\u00fcr Projekte zu bewerben. Letzteres ist von g\u00e4nzlich anderer Qualit\u00e4t als das \u00f6ffentliche Zug\u00e4nglichmachen des Lichtbilds auf der eigenen Website des Verf\u00fcgungsbeklagten, mag dieses &#8230; in der Branche, in der der Verf\u00fcgungsbeklagte t\u00e4tig ist, auch \u00fcblich sein. Das Wissen hierum ist jedenfalls in der Bev\u00f6lkerung nicht derart verbreitet, dass ein objektiver Dritter an der Stelle der Zeugin die Angaben des Verf\u00fcgungsbeklagten dahingehend verstehen musste, dass eben diese Art der Nutzung geplant war.&#8221;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><\/em><\/p>\n<div>Auch das \u00dcberreichen einer CD-ROM mit den Bildern bedeute nicht, dass die Nutzung des Bildes \u00fcber den vereinbarten Zweck (der hier nach dem Ergebnis des Eilverfahrens eben &#8220;nur&#8221; in der \u00dcbertragung der Rechte f\u00fcr Bewerbungsfotos lag) hinausgehen darf:<em><\/p>\n<blockquote>\n<div><em>&#8220;Ein eindeutiger, auf die Einr\u00e4umung von Nutzungsrechten f\u00fcr die \u00f6ffentliche Zug\u00e4nglichmachung gerichteter Wille der Zeugin bzw. der Verf\u00fcgungskl\u00e4gerin l\u00e4sst sich der \u00dcbersendung der CD-ROM nicht entnehmen. Das w\u00e4re aber Voraussetzung f\u00fcr eine konkludente Rechtseinr\u00e4umung.&#8221;<\/em><\/div>\n<\/blockquote>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><\/em><\/p>\n<div><strong>Fazit:<\/strong><\/div>\n<div>Ver\u00f6ffentlichen Sie keine Bilder, wenn Sie die Nutzungsberechtigung nicht nachweisen k\u00f6nnen. Dann kann auch nichts passieren. (zie) <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/urheberrecht\/183\/5\/3\"><span style=\"font-weight: bold\">zum Urteil<\/span><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Grundregel ist einfach: Ver\u00f6ffentlicht jemand urheberrechtlich gesch\u00fctztes Material im Netz, muss er auch die entsprechenden Nutzungsrechte haben. Das gilt &#8211; und jetzt kommts &#8211; sogar f\u00fcr Fotos, auf denen man selbst zu sehen ist. 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