{"id":170,"date":"2007-06-05T14:01:00","date_gmt":"2007-06-05T12:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=170"},"modified":"2007-06-05T14:01:00","modified_gmt":"2007-06-05T12:01:00","slug":"bgh-macht-forenbetreiber-fur-anonyme-beitrage-verantwortlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/bgh-macht-forenbetreiber-fur-anonyme-beitrage-verantwortlich\/","title":{"rendered":"BGH macht Forenbetreiber f\u00fcr anonyme Beitr\u00e4ge verantwortlich"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\">\n<div style=\"text-align: justify\">Betreiber von Internetforen sind zur Entfernung beleidigender Beitr\u00e4ge verpflichtet und k\u00f6nnen sich \u2013 was den Unterlassungsanspruch angeht &#8211; nicht auf eine Privilegierung nach dem Telemediengesetz (<a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/tmg\/BJNR017910007.html#BJNR017910007BJNG000300000\">TMG<\/a>) berufen. Vielmehr sind sie als &#8220;St\u00f6rer&#8221; auch f\u00fcr Beitr\u00e4ge Dritter verantwortlich, wenn sie Kenntnis von dem Beitrag haben oder Pr\u00fcfungspflichten verletzen. Das gilt auch und gerade, wenn Beitr\u00e4ge anonym ver\u00f6ffentlicht werden k\u00f6nnen. Im konkreten Fall ging es unter anderem um folgenden Beitrag:<\/div>\n<div><span style=\"font-style: italic\"><\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Sie suhlen sich wie eine Sau im Dreck und laben sich am Leid anderer Menschen. Sie verstecken sich feige und dreckig hinter dem scheinbar sauberen Mantel des Kinderschutzes &#8230;&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/div>\n<p><span style=\"font-style: italic\">\u00a0<\/p>\n<p><\/span>Der Bundesgerichtshof hat eine <a href=\"http:\/\/www.lampmannbehn.de\/blog\/2007\/03\/wer-haftet-bei-rechtsverletzung-im-netz.html\">hier schon gemeldete Entscheidung<\/a> (Urteil vom 27.03.2007, Az. <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/persoenlichkeitsrecht\/170\/5\/5\">VI ZR 101\/06<\/a>) nun ver\u00f6ffentlicht:<\/p>\n<blockquote style=\"font-style: italic\"><p>\u201eDer Betreiber eines Internetforums ist &#8220;Herr des Angebots&#8221; und verf\u00fcgt deshalb vorrangig \u00fcber den rechtlichen und tats\u00e4chlichen Zugriff. Internetangebote sind &#8211; wie etwa auch Aufzeichnungen im Fernsehen &#8211; dem nachtr\u00e4glichen Zugriff des Anbieters in keiner Weise entzogen. Auch wenn von ihm keine Pr\u00fcfpflichten verletzt werden, so ist er doch nach allgemeinem Zivilrecht zur Beseitigung und damit zur Unterlassung k\u00fcnftiger Rechtsverletzungen verpflichtet.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Wer sich selbst in Forendiskussionen einmischt und seine &#8220;Meinungen&#8221; verbreitet, verliert dabei nicht das Recht, gegen Pers\u00f6nlichkeitsverletzungen vorzugehen:<\/p>\n<blockquote style=\"font-style: italic\"><p>\u201eEs mag sein, dass der Teilnehmer eines Forums, in dem, wie es h\u00e4ufig und auch vorliegend der Fall ist, \u00c4u\u00dferungen unter einem Pseudonym eingestellt werden k\u00f6nnen, im Einzelfall damit rechnen muss, dass er dort von anonym bleibenden Personen angegriffen und m\u00f6glicherweise in seinem allgemeinen Pers\u00f6nlichkeitsrecht verletzt wird. Wer dieses Risiko eingeht, verzichtet damit aber grunds\u00e4tzlich nicht auf Abwehranspr\u00fcche hinsichtlich k\u00fcnftiger Ehrverletzungen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Der BGH begegnet damit zu Recht der Tendenz im Internet, Foren m\u00f6glichst anonym und frei von Verantwortung zu betreiben. Wie gef\u00e4hrlich das sein kann, dazu <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/2006\/11\/wiki-lynchjustiz\/\">hier<\/a>. (zie)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr\/entscheidungen\/persoenlichkeitsrecht\/170\/5\/5\">zum Urteil<\/a><br \/>\n(Link via <a href=\"http:\/\/www.telemedicus.info\/article\/244-BGH-Urteilsbegruendung-zur-Foren-Entscheidung.html\">telemedicus<\/a>)<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betreiber von Internetforen sind zur Entfernung beleidigender Beitr\u00e4ge verpflichtet und k\u00f6nnen sich \u2013 was den Unterlassungsanspruch angeht &#8211; nicht auf eine Privilegierung nach dem Telemediengesetz (TMG) berufen. Vielmehr sind sie als &#8220;St\u00f6rer&#8221; auch f\u00fcr Beitr\u00e4ge Dritter verantwortlich, wenn sie Kenntnis von dem Beitrag haben oder Pr\u00fcfungspflichten verletzen. 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