{"id":1574,"date":"2010-09-01T17:25:03","date_gmt":"2010-09-01T15:25:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=1574"},"modified":"2010-09-01T17:25:03","modified_gmt":"2010-09-01T15:25:03","slug":"werbebanner-auf-raubkopie-websites-wettbewerbswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/werbebanner-auf-raubkopie-websites-wettbewerbswidrig\/","title":{"rendered":"Werbebanner auf Raubkopie-Websites wettbewerbswidrig"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Das LG Frankfurt hat entschieden, dass die Schaltung von Werbung auf einer Website, die Raubkopien und jugendgef\u00e4hrdende Inhalte anbietet, eine St\u00f6rerhaftung nach dem UWG begr\u00fcnden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Antragsteller hatte festgestellt, dass die Antragsgegnerin  auf einer Website Werbung f\u00fcr die von ihr vertriebene DSL-Flatrate  mittels eines Werbebanners schaltete. Bei der Website handelte es sich  um eine illegale Tauschb\u00f6rse, auf der nahezu ausschlie\u00dflich  Raubkopien sowie jugendgef\u00e4hrdende Medien zum Herunterladen angeboten  wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Website erm\u00f6glichte das Herunterladen von  tausenden von Kinofilmen, TV-Serien und sonstigen Video- und  Medieninhalten. Die auf der Website erh\u00e4ltlichen Video-Inhalte sind  fast ausnahmslos Raubkopien, d.h. solche Filmversionen, an denen der  Betreiber der Website keine Rechte hat. Dar\u00fcber  hinaus werden f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich auf der Website Filme angeboten,  die von der Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Medien indiziert  wurden und solche die kraft Gesetzes als indiziert gelten (\u00a7 <span class=\"dejure\">15<\/span> Abs. 2 JuSchG) oder bei denen der freie Zugang strafbar ist (\u00a7\u00a7 <span class=\"dejure\">130<\/span>, <span class=\"dejure\">130a<\/span>, <span class=\"dejure\">131<\/span>, <span class=\"dejure\">184<\/span> StGB).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Betreiber der Website handelte somit strafbar und zugleich wettbewerbswidrig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Landgericht Frankfurt, Az.: 3-<span class=\"dejure\"><a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=08%20O%20143\/07\" title=\"08 O 143\/07 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">08 O 143\/07<\/a><\/span>, Urteil v. 2.1.2008, abrufbar bei <a href=\"http:\/\/medien-internet-und-recht.de\/volltext.php?mir_dok_id=1630\" target=\"_blank\">Medien, Internet und Recht<\/a> best\u00e4tigte seine einstweilige Verf\u00fcgung, mit der ein Mitbewerber der Antragsgegnerin verboten hatte, auf diesen Seiten Werbung zu schalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte das Gericht die St\u00f6rerhaftung des Antragsgegners an:<\/p>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\"><em>&#8220;Die Antragsgegnerin hat diesen Wettbewerbsversto\u00df der  Betreiber der Internetseite [\u2026] ausgenutzt, indem sie auf deren Website  Werbung f\u00fcr ihre Angebote schaltete, und haftet deshalb als St\u00f6rerin  wegen des vom Betreiber der Internetseite begangenen  Wettbewerbsversto\u00dfes.<\/em><\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Als St\u00f6rer haftet auch  derjenige auf Unterlassung, der &#8211; ohne T\u00e4ter oder Teilnehmer eines  Wettbewerbversto\u00dfes zu sein &#8211; in irgendeiner Weise willentlich und  ad\u00e4quat-kausal zur Verletzung eines gesch\u00fctzten Gutes (hier:  Jugendschutz) beigetragen hat (BGH <span class=\"dejure\"><a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NJW%202004,%203102\" title=\"BGH, 11.03.2004 - I ZR 304\/01: Internet-Versteigerung\">NJW 2004, 3102<\/a><\/span>, 3105 und <span class=\"dejure\">2007, 2636<\/span>,  2639). Als Mitwirkungshandlung gen\u00fcgt bereits die Unterst\u00fctzung oder  Ausnutzung der wettbewerbswidrigen Handlung eines eigenverantwortlich  handelnden Dritten. Indem die Antragsgegnerin auf der  wettbewerbswidrigen Internetseite [\u2026] Werbung f\u00fcr ihre Angebote schalten  lie\u00df, nutzte sie die Internetseite aus. Denn der Erfolg der Werbung der  Antragsgegnerin hing ma\u00dfgeblich davon ab, dass auf der  wettbewerbswidrigen Internetseite eine Vielzahl von Filmen herunter  geladen werden konnte mit der Folge, dass viele Internetnutzer die  Internetseite aufsuchten, um Filme herunter zu laden und dabei mit der  Werbung der Antragsgegnerin konfrontiert wurden.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\"><em>Ob  die Antragsgegnerin dar\u00fcber hinaus die wettbewerbswidrige Internetseite  auch unterst\u00fctzte, indem sie die Internetseite durch ihre bezahlte  Werbung mit finanzierte, kann offen bleiben. Denn f\u00fcr die St\u00f6rerhaftung  gen\u00fcgt bereits das Ausnutzen einer wettbewerbswidrigen Handlung.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">Die Antragsgegnerhabe au\u00dferdem Pr\u00fcfpflichten verletzt, da er die Werbung nach Beanstandung und Abmahnung aufrecht erhalten habe. Dabei f\u00fchre die Kenntnis von Verst\u00f6\u00dfen auf der einen Website dazu, auch auf identische Verst\u00f6\u00dfe auf anderen Websites zu pr\u00fcfen:<\/p>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\"><em>&#8220;Denn in der Abmahnung vom 10.08.2007 ging es um Wettbewerbsverst\u00f6\u00dfe, die  mit den vorliegenden identisch waren. Der einzige Unterschied besteht  darin, dass eine andere Internetseite betroffen ist. Deshalb h\u00e4tte die  Antragsgegnerin \u00fcberpr\u00fcfen m\u00fcssen, ob sie auf anderen  wettbewerbswidrigen Internetseiten, auf denen jugendgef\u00e4hrdende Filme  ohne Altersverifikationssystem frei zug\u00e4nglich gemacht werden, Werbung  platzierte.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p align=\"justify\">Die Werbung auf illegalen Seiten ist damit selbst illegal (ca).<\/p>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\">\n<\/blockquote>\n<p align=\"justify\">\n<p align=\"justify\">\n<blockquote>\n<p align=\"justify\">\n<\/blockquote>\n<p align=\"justify\">\n<p align=\"justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das LG Frankfurt hat entschieden, dass die Schaltung von Werbung auf einer Website, die Raubkopien und jugendgef\u00e4hrdende Inhalte anbietet, eine St\u00f6rerhaftung nach dem UWG begr\u00fcnden kann. 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