{"id":14538,"date":"2012-09-18T16:44:12","date_gmt":"2012-09-18T14:44:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=14538"},"modified":"2017-04-07T11:39:15","modified_gmt":"2017-04-07T10:39:15","slug":"ekelhaftes-geistiges-eigentum-kann-passieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/ekelhaftes-geistiges-eigentum-kann-passieren\/","title":{"rendered":"Ekelhaftes geistiges Eigentum &#8211; kann passieren!"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14539 alignleft\" title=\"Mist, schon wieder ein ekliger Gedanke!\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/ekliger-Gedanke.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/ekliger-Gedanke.jpg 150w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/ekliger-Gedanke-44x44.jpg 44w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/ekliger-Gedanke-90x90.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>\u201eGeistiges Eigentum ist ekelhaft\u201c findet Julia Schramm, Beisitzerin im Bundesvorstand der Piratenpartei Deutschland. Mit dieser Haltung d\u00fcrfte sie grunds\u00e4tzlich die breite Mehrheit ihrer Parteifreunde hinter sich wissen. Immerhin hei\u00dft es auf der Internetseite der <a href=\"http:\/\/www.piratenpartei.de\/politik\/wissensgesellschaft\/urheberrecht\/\">Piraten<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\u00a0FREIES KOPIEREN UND FREIE NUTZUNG<\/p>\n<p>Da sich die Kopierbarkeit von digital vorliegenden Werken technisch nicht sinnvoll einschr\u00e4nken l\u00e4sst und die fl\u00e4chendeckende Durchsetzbarkeit von Verboten im privaten Lebensbereich als gescheitert betrachtet werden muss, sollten die Chancen der allgemeinen Verf\u00fcgbarkeit von Werken erkannt und genutzt werden. Wir sind der \u00dcberzeugung, dass die nichtkommerzielle Vervielf\u00e4ltigung und Nutzung von Werken als nat\u00fcrlich betrachtet werden sollte und die Interessen der meisten Urheber entgegen anders lautender Behauptungen von bestimmten Interessengruppen nicht negativ tangiert.<\/p>\n<p>Es konnte in der Vergangenheit kein solcher Zusammenhang schl\u00fcssig belegt werden. In der Tat existiert eine Vielzahl von innovativen Gesch\u00e4ftskonzepten, welche die freie Verf\u00fcgbarkeit bewusst zu ihrem Vorteil nutzen und Urheber unabh\u00e4ngiger von bestehenden Marktstrukturen machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zug\u00e4nglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu f\u00f6rdern, um die allgemeine Verf\u00fcgbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung f\u00fcr die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar.<\/p><\/blockquote>\n<p>Julia Schramm ist nicht nur Politikerin sondern zugleich Autorin und somit selbst Sch\u00f6pferin geistigen Eigentums. Ihr Buch \u201eKlick mich \u2013 Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin\u201c ist seit dem 17.09.2012 als Hardcover und in digitalisierter Form als E-Book erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Bereits am Tag der Ver\u00f6ffentlichung hatten Internetnutzer den Titel \u201eKlick mich\u201c w\u00f6rtlich genommen und die PDF-Datei zum kostenlosen Download bei einem Online-Speicherdienst hinterlegt. Der Download-Link wurde sodann \u00fcber Twitter und Tumblr mit einem Hinweis auf das Parteiprogramm der Piraten verbreitet.<\/p>\n<p>Der Albrecht Knaus Verlag, welcher Frau Schramm f\u00fcr die Nutzungsrechte an dem Buch ein Honorar von EUR 100.000,00 gezahlt haben soll, hatte f\u00fcr diesen \u201eScherz\u201c indessen kein Verst\u00e4ndnis. Wie <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/verlag-will-gegen-illegalen-download-von-klick-mich-vorgehen-a-856370.html\">Spiegel Online<\/a> berichtet, kontaktierte dessen Rechtsabteilung umgehend den Online-Speicherdienst und setzte durch, dass die PDF-Datei jedenfalls \u00fcber die urspr\u00fcngliche Adresse nicht mehr abrufbar ist. Stattdessen befindet sich nun dort der Hinweis, dass die Datei im Namen der Autorin Julia Schramm entfernt wurde:<\/p>\n<blockquote><p>\u00a0This file is no longer available due to a takedown request under the Digital Millennium Copyright Act by Julia Schramm Autorin der Verlagsgruppe Random House.<\/p><\/blockquote>\n<p>Julia Schramm findet diese Vorgehensweise anscheinend korrekt. In der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/promi-piratin-schramm-und-das-urheberrecht-jetzt-krakeelt-wieder-der-mob-1.1470935\">S\u00fcddeutschen<\/a> wird sie wie folgt zitiert:<\/p>\n<blockquote><p>\u00a0&#8220;Es ist ja klar, dass der Verlag dagegen vorgeht, wenn mein Buch auf einer Homepage zum Download steht. Ich sehe darin auch keinen Widerspruch. Ich lehne nicht das Urheberrecht, sondern den Begriff des geistigen Eigentums ab, weil er ein Kampfbegriff ist&#8221;, verteidigte sich die Piraten-Politikerin. Vielmehr setzen der Verlag und sie\u00a0&#8220;ein Zeichen in der politischen Debatte&#8221;, weil die bisherige Abmahnpraxis nicht angewandt werde, bei der der User um die 700 Euro zahlen m\u00fcsse. Stattdessen ahnde man Verst\u00f6\u00dfe gegen das Urheberrecht \u00a0zun\u00e4chst mit einer\u00a0Verwarnung.<em><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em><\/em>Bei diesem Statement m\u00f6chten wir gerne ein Blatt Papier mit der Aufschrift \u201e(<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/piratin-julia-schramm-wahlkampf-einer-digitalen-seele-11731922.html\">lacht<\/a>)\u201c in die H\u00f6he halten. Die Argumentation der Frau Schramm ist &#8211; mit Alfred Biolek gesprochen &#8211; interessant. In den Augen von Frau Schramm wahrscheinlich auch vollkommen irrelevant, die 26-J\u00e4hrige schert sich um ihr Geschw\u00e4tz von gestern eh nicht: \u2026\u201c<a href=\"http:\/\/wiki.piratenpartei.de\/Benutzer:Julia\/BuVo\/Kandidatur\/Interviewgeschichte\">naja, alles unter 30 f\u00e4llt unter Jungends\u00fcnde, richtig?;)<\/a>\u201c<\/p>\n<p>Im Ergebnis zeigt dieser Fall jedoch wieder einmal, wie wichtig es ist, dass das Urheberrecht den Urhebern und Rechteinhabern eine effektive Verwertung ihrer geschaffenen bzw. lizenzierten Werke erm\u00f6glicht. Dass dies nun auch eine Julia Schramm von der Piratenpartei erkennen muss, ist letztlich die beste Werbung f\u00fcr das Urheberrecht in seiner bestehenden Form.<\/p>\n<p>Vielleicht wollte Julia Schramm mit ihrer plakativen Bemerkung \u201eGeistiges Eigentum ist ekelhaft\u201c gar nicht f\u00fcr die Abschaffung des Urheberrechts oder der geistigen Eigentumsrechte pl\u00e4dieren. Vielleicht wollte sie auch einfach nur \u00fcber den Inhalt ihres eigenen Buches sprechen \u2013 immerhin soll es dort auch um sexuelle Handlungen mit <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/piratenpartei\/ober-piratin-julia-schramm-hat-ein-buch-geschrieben-26236326.bild.html\">Pferden<\/a> gehen.\u00a0 Sofern dies ihre Intention war m\u00f6chten wir ihr aufmunternd zurufen: Die Gedanken sind vielleicht ekelhaft \u2013 aber frei! (ab\/ro)<\/p>\n<p>(Bild: \u00a9 Maridav &#8211; Fotolia.com)<!--:--><!--:en--><\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGeistiges Eigentum ist ekelhaft\u201c findet Julia Schramm, Beisitzerin im Bundesvorstand der Piratenpartei Deutschland. Mit dieser Haltung d\u00fcrfte sie grunds\u00e4tzlich die breite Mehrheit ihrer Parteifreunde hinter sich wissen. 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