{"id":14363,"date":"2012-09-04T08:01:28","date_gmt":"2012-09-04T06:01:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=14363"},"modified":"2024-06-12T19:59:24","modified_gmt":"2024-06-12T17:59:24","slug":"keine-verwechslungsgefahr-zwischen-dapd-und-dpa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/keine-verwechslungsgefahr-zwischen-dapd-und-dpa\/","title":{"rendered":"Keine Verwechslungsgefahr zwischen dapd und dpa?"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/dpadapd.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-14371\" title=\"dpadapd\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/dpadapd.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/dpadapd.jpg 150w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/dpadapd-44x44.jpg 44w, https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/dpadapd-90x90.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Das Landgericht Hamburg hat mit Urteil vom 28.08.2012 (<a href=\"http:\/\/justiz.hamburg.de\/presseerklaerungen\/3575968\/pressemeldung-2012-08-28-olg-01.html\">Az. 406 HKO 73\/12<\/a>) entschieden, dass die dapd nachrichtenagentur GmbH weiterhin das K\u00fcrzel \u201edapd\u201c in ihrem Firmennamen tragen darf.<\/p>\n<p>Gegen die Verwendung dieses K\u00fcrzels hatte die Deutsche Presseagentur geklagt, welche hierin eine bewusste und zielgerichtete Ann\u00e4herung an ihre markenrechtlich gesch\u00fctze Abk\u00fcrzung \u201edpa\u201c sah.<\/p>\n<p>Das Gericht begr\u00fcndete die Klageabweisung mit der einleitenden Feststellung, es bestehe keine Gefahr, dass relevante Teile des angesprochenen Publikums vermuten k\u00f6nnten, hinter der Bezeichnung \u201edapd\u201c verberge sich die \u201edpa\u201c.<\/p>\n<p>Zu dieser Schlussfolgerung gelangten die Richter \u00fcber einen Vergleich des Klang- und Schriftbildes der jeweiligen Zeichen und stellten folgende Unterschiede fest:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 unterschiedliche Silbenanzahl<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 unterschiedliche Zeichenl\u00e4nge<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 unterschiedliche Buchstabenfolge<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 unterschiedliches Zeichenende<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen werde nach Auffassung des Gerichts<em> <\/em>die<em> <\/em><\/p>\n<blockquote><p>f\u00fcr die Verwechslungsgefahr besondere Bedeutung eines \u00fcbereinstimmenden Zeichenanfangs vorliegend dadurch gemindert, dass das \u201cd\u201d in \u201cdpa\u201d f\u00fcr \u201cdeutsche\u201d stehe und die \u00dcbereinstimmung der Vergleichszeichen hier also lediglich auf denselben Sitz bzw. denselben T\u00e4tigkeitsbereich hindeute.<em><\/em><\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen sei die \u00fcbereinstimmende durchgehende Verwendung von Kleinbuchstaben im Bereich der Nachrichtenagenturen weit verbreitet und daher wenig markant.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sodann beendete das Gericht seine Ausf\u00fchrungen mit der Schlussfolgerung, dass derjenige, der von einer unter der Bezeichnung \u201edapd\u201c betriebenen Nachrichtenagentur erfahre, zwar vielfach an die Kl\u00e4gerin denken werde. Dies aber geschehe nicht aufgrund der \u00c4hnlichkeit der Vergleichszeichen, sondern sei allein darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Kl\u00e4gerin die bekannteste deutsche Nachrichtenagentur betreibe.<\/p>\n<p>Mit dieser Schlussfolgerung konterkariert das Landgericht Hamburg seine gesamte rechtliche W\u00fcrdigung und offenbart damit letztlich, dass es zu dem falschen Ergebnis gekommen ist. Denn Bekanntheit hin oder her: warum \u2013 wenn nicht aufgrund der \u00c4hnlichkeit der Vergleichszeichen \u2013 sollte das angesprochene Publikum bei \u201edapd\u201c an \u201edpa\u201c denken?<\/p>\n<p>Es darf insofern mit Spannung erwartet werden, was das Hanseatisches Oberlandesgericht zu diesem Sachverhalt sagt, sofern \u2013 was zu vermuten ist \u2013 Berufung gegen dieses Urteil eingelegt wird.\u00a0 (ab)<!--:--><!--:en--><\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landgericht Hamburg hat mit Urteil vom 28.08.2012 (Az. 406 HKO 73\/12) entschieden, dass die dapd nachrichtenagentur GmbH weiterhin das K\u00fcrzel \u201edapd\u201c in ihrem Firmennamen tragen darf. Gegen die Verwendung dieses K\u00fcrzels hatte die Deutsche Presseagentur geklagt, welche hierin eine bewusste und zielgerichtete Ann\u00e4herung an ihre markenrechtlich gesch\u00fctze Abk\u00fcrzung \u201edpa\u201c sah. 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