{"id":13946,"date":"2012-08-21T08:25:50","date_gmt":"2012-08-21T06:25:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=13946"},"modified":"2017-04-07T11:42:07","modified_gmt":"2017-04-07T10:42:07","slug":"taxifahren-liegt-nicht-jedem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/taxifahren-liegt-nicht-jedem\/","title":{"rendered":"Taxifahren liegt nicht jedem"},"content":{"rendered":"

\"\" Der findige angehende Junganwalt verschickt heutzutage offenbar lieber Pseudoabmahnungen an Onlineh\u00e4ndler. Nach dieser Devise verf\u00e4hrt jedenfalls der Assessor Jur. Jan Oliver Siemer.<\/p>\n

Abmahnung ohne Mandant<\/strong><\/p>\n

Einer unserer (zuk\u00fcnftigen) Mandanten hat uns k\u00fcrzlich ein Schreiben vorgelegt, in dem eben dieser Herr Siemer ank\u00fcndigt, dass er ihm eine rechtliche Information zukommen lasse, die ihn in die Lage versetze, sich viel Geld, Zeit und \u00c4rger zu ersparen:<\/p>\n

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Ihm sei am Internetauftritt unseres Mandanten beispielsweise aufgefallen, dass bei dem Hinweis auf den Beginn der Widerrufsfrist eine veraltete, unvollst\u00e4ndige und deshalb “abmahngef\u00e4hrdete” Formulierung verwendet werde. Eine Abmahnung eines Konkurrenten k\u00f6nne Kosten zur Folge haben, die nicht selten im Bereich von 500 \u20ac und 1000 \u20ac l\u00e4gen. Der Mandant solle daher \u00fcberlegen, ob er seine Widerrufsbelehrung nicht entsprechen \u00fcberarbeite.<\/p>\n

Der Herr Assesor Jan Oliver Siemer (als Assessor bezeichnet sich jemand, der beide juristischen Staatsexamen bestanden hat, aber – aus welchen Gr\u00fcnden auch immer – nicht zur Anwaltschaft zugelassen ist) spricht damit sozusagen eine Abmahnung ohne Mandant aus.<\/p>\n

Haste mal 40 Euro?<\/strong><\/p>\n

Durch dieses Schreiben gehe unser Mandant zwar keine Verpflichtungen ein. Sollte er den vorstehenden Hinweis aber als hilfreich achten, stehe es ihm selbstverst\u00e4ndlich frei eine von ihm zu bestimmende Aufwandspauschale zu entrichten, wobei ein Betrag von 40 \u20ac nicht \u00fcberschritten werden solle. Die Zahlungen dienten seiner Aktion gegen das Abmahnunwesen Internet, das sich ausschlie\u00dflich durch freiwillige Zahlungen finanziere und fortf\u00fchren lasse. Unser Mandant ist offenbar nicht der Einzige<\/a>, der ein solches Schreiben erhalten hat. Wenn diese Hinweisschreiben zahlreich versendet werden, kommt somit ein ordentliches S\u00fcmmchen f\u00fcr den Fast-Kollegen zusammen.<\/p>\n

\u00c4hnliche entgeltliche Aktivit\u00e4ten entfalten nach den Regeln des Rechtsberatungsgesetzes \u00fcbrigens zahlreiche juristische Berater, auch “Rechtsanw\u00e4lte” genannt. Voraussetzung daf\u00fcr ist aber nat\u00fcrlich eine entsprechende Zulassung und vor allem auch, dass die Haftung f\u00fcr eine Beratung \u00fcbernommen wird, die der Herr Assessor vorliegend vorsichtshalber ausschlie\u00dft.<\/p>\n

Immerhin: Die Info-Briefe kommen mit der Post, nicht als E-Mail. Sie sind daher jedenfalls kein rechtswidriger Spam. (la)<\/p>\n

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