{"id":13851,"date":"2012-08-16T08:16:46","date_gmt":"2012-08-16T06:16:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=13851"},"modified":"2017-04-07T11:42:40","modified_gmt":"2017-04-07T10:42:40","slug":"filesharing-bgh-starkt-rechteinhabern-den-rucken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/filesharing-bgh-starkt-rechteinhabern-den-rucken\/","title":{"rendered":"Filesharing: BGH st\u00e4rkt Rechteinhabern den R\u00fccken"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Weitersagen!\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/sharing.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Getreu dem Motto: \u201eAlles kann besser werden\u201c hat der unter anderem f\u00fcr das Urheberrecht zust\u00e4ndige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) mit Beschluss vom 19.04.2012, Az. <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;Datum=2012&amp;Sort=3&amp;nr=61281&amp;linked=bes&amp;Blank=1&amp;file=dokument.pdf\">I ZB 80\/11<\/a> &#8211; in einer Grundsatzentscheidung zum Auskunftsanspruch &#8211; die Rechte der Schutzrechtsinhaber gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Richter des obersten Zivilgerichts besteht ein Auskunftsanspruch des Rechteinhabers gegen\u00fcber dem Internetprovider nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/101.html\" title=\"&sect; 101 UrhG: Anspruch auf Auskunft\">\u00a7 101 Abs. 9 UrhG<\/a> bereits dann, wenn ein gesch\u00fctztes Musikwerk offensichtlich unberechtigt in eine Onlinetauschb\u00f6rse\/Filesharing eingestellt wird.<\/p>\n<p><strong>Kein gewerbliches Ausma\u00df erforderlich<\/strong><\/p>\n<p>Der BGH wurde im Wege einer Beschwerde angerufen, nachdem zun\u00e4chst das Landgericht K\u00f6ln und dann das Oberlandesgericht K\u00f6ln den begehrten Auskunftsanspruch nicht als gegeben ansahen. Argument in diesen beiden Vorinstanzen war laut aktueller Pressemitteilung, dass die Anordnung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/101.html\" title=\"&sect; 101 UrhG: Anspruch auf Auskunft\">\u00a7 101 UrhG<\/a> eine<\/p>\n<blockquote><p><em>Rechtsverletzung in<\/em> gewerblichem<em> Ausma\u00df voraussetze, die hinsichtlich des Musiktitels &#8220;Bitte h\u00f6r nicht auf zu tr\u00e4umen&#8221; nicht gegeben sei. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Zu den einzelnen Voraussetzungen und Besonderheiten der Voraussetzung des \u201egewerblichen Ausma\u00df\u201c innerhalb des Auskunftsanspruchs hatten wir in unserem Blog u.a. bereits <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/urheberrecht\/filesharern-geht-es-an-den-kragen-jeder-upload-auf-eine-tauschborse-bedeutet-gewerbliches-ausmas\">hier<\/a> berichtet.<\/p>\n<p>Der BGH geht nun allerdings einen neuen Weg.:<\/p>\n<p>Die Richter des I. Zivilsenats beim BGH legten das Tatbestandsmerkmal des \u201egewerblichen Ausma\u00df\u201c am Wortlaut und an Systematik der Norm des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/101.html\" title=\"&sect; 101 UrhG: Anspruch auf Auskunft\">\u00a7 101 UrhG<\/a> aus. Dabei gelangen sie so zu dem Ergebnis, dass beim Auskunftsanspruch nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/101.html\" title=\"&sect; 101 UrhG: Anspruch auf Auskunft\">\u00a7 101 Abs. 9 Satz 1 UrhG<\/a> in Verbindung mit <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/101.html\" title=\"&sect; 101 UrhG: Anspruch auf Auskunft\">\u00a7 101 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 UrhG<\/a> ein gewerbliches Ausma\u00df nicht gefordert werden muss, <span style=\"text-decoration: underline\">sofern die Rechtsverletzung offensichtlich<\/span> ist. Es kommt daher nicht mehr darauf an, ob die Musik- oder Filmtitel innerhalb der relevanten Verwertungsphase zum Upload bereitgehalten werden.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Den Rechteinhabern wird es in Zukunft m\u00f6glich sein, Rechtsverletzungen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zu verfolgen. Denn in der Vergangenheit wurde insbesondere vom LG K\u00f6ln gefordert, dass die jeweilige Verletzungshandlung innerhalb der relevanten Verwertungsphase geschieht. Auch hier\u00fcber hatten wir bereits <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/urheberrecht\/gewerbliches-ausmas-bei-filesharing-verlangerung-der-verwertungsphase-bei-oscar-gewinn\">berichtet<\/a>. Waren dann nach der Ver\u00f6ffentlichung des Werks mehrere Monate oder Jahre vergangen \u2013 wurde der Auskunftsanspruch gerichtlich nahezu nicht mehr gew\u00e4hrt. (cr)<!--:--><!--:en--><\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Getreu dem Motto: \u201eAlles kann besser werden\u201c hat der unter anderem f\u00fcr das Urheberrecht zust\u00e4ndige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) mit Beschluss vom 19.04.2012, Az. I ZB 80\/11 &#8211; in einer Grundsatzentscheidung zum Auskunftsanspruch &#8211; die Rechte der Schutzrechtsinhaber gest\u00e4rkt. 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