{"id":13657,"date":"2012-08-02T07:57:18","date_gmt":"2012-08-02T05:57:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=13657"},"modified":"2024-06-12T19:59:47","modified_gmt":"2024-06-12T17:59:47","slug":"merci-pour-le-cafe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/merci-pour-le-cafe\/","title":{"rendered":"Merci pour le caf\u00e9"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Ich sage MERCI\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Fotolia_38278131_XS-Kaffee.jpg\" alt=\"\" \/>In die sch\u00f6ne Welt von S\u00fc\u00dfwaren, Kaffeekultur und franz\u00f6sischer Cuisine entf\u00fchrt uns heute eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (<a href=\"http:\/\/www.lareda.hessenrecht.hessen.de\/jportal\/portal\/t\/s15\/page\/bslaredaprod.psml?&amp;doc.id=KORE219602012%3Ajuris-r01&amp;showdoccase=1&amp;doc.part=L\">Beschluss vom 23.05.2012; Az. 6 W 36\/12<\/a>).<\/p>\n<p>Beteiligte an dem Verfahren im einstweiligen Rechtsschutz waren als Antragstellerin der S\u00fc\u00dfwarenkonzern Storck und als Antragsgegnerin die Betreiberin einer Caf\u00e9-Kette mit dem Namen \u201eCaf\u00e9 Merci\u201c. Die Antragstellerin sah in der Verwendung dieses Firmennamens eine unzul\u00e4ssige Rufausbeutung ihrer bekannten Marke \u201emerci\u201c gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/MarkenG\/14.html\" title=\"&sect; 14 MarkenG: Ausschlie&szlig;liches Recht des Inhabers einer Marke, Unterlassungsanspruch, Schadensersatzanspruch\">\u00a7 14 Abs. 2 Nr. 3 MarkenG<\/a> und wollte dementsprechend Unterlassungsanspr\u00fcche durchsetzen. Das Oberlandesgericht gab diesem Begehren jedoch ebenso wenig statt wie zuvor das Landgericht.<\/p>\n<p><strong>Kein Profit aus der Anziehungskraft<\/strong><\/p>\n<p>Unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs (<a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=CELEX:62007J0487:DE:NOT\">hier<\/a>) f\u00fchrten die Richter aus, Voraussetzung f\u00fcr einen entsprechenden Unterlassungsanspruch sei es, dass der Verwender eines einer bekannten Marke \u00e4hnlichen Zeichens sich in den Bereich der Sogwirkung dieser Marke begebe, um von deren Anziehungskraft, Ruf und Ansehen zu profitieren, und ohne finanzielle Gegenleistung oder eigene Anstrengung die wirtschaftlichen Anstrengungen des Markeninhabers zur Schaffung und Aufrechterhaltung des Images dieser Marke ausnutze. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen habe die Antragstellerin jedoch nicht hinreichend glaubhaft gemacht.<\/p>\n<p><strong>Kennzeichnung der Betriebst\u00e4tte<\/strong><\/p>\n<p>Von entscheidender Bedeutung n\u00e4mlich sei, dass die Antragsgegnerin keine mit dem Zeichen \u201eCafe Merci\u201c gekennzeichneten Waren anbiete, sondern dieses Zeichen f\u00fcr die Kennzeichnung ihrer Betriebsst\u00e4tten verwende, wo sie \u00fcberdies vorrangig eine Dienstleistung \u2013 n\u00e4mlich die Bewirtung von G\u00e4sten \u2013 erbringe.<\/p>\n<p>Zwar war offenbar unstreitig, dass die Antragsgegnerin auf ihrer Speisekarte auch Speisen mit dem Zusatz \u201eMerci\u201c anbot ( \u201eFr\u00fchst\u00fcck Merci\u201c, \u201eCroissants \u00e0 Merci\u201c \u201eSalat Merci\u201c), jedoch kamen die Frankfurter Richter zu dem Schluss, dass der Kunde diese Angebote bereits aufgrund ihrer Pr\u00e4sentation allein auf den Gesch\u00e4ftsbetrieb der Antragsgegnerin beziehe und keine Verbindung zu mit der Marke \u201emerci\u201c vertriebenen Schokoladenwaren herstelle. Der ma\u00dfgebliche Bedeutungsgehalt des Bestandteils \u201eMerci\u201c in dem Gesamtzeichen \u201eCaf\u00e9 Merci\u201c liege deshalb nicht \u2013 wie bei der Antragstellerin \u2013 in dem franz\u00f6sischen Ausdruck f\u00fcr \u201eDanke\u201c sondern in einer Anspielung an das der franz\u00f6sischen Esskultur entlehnte Ambiente und Speisenangebot der Gesch\u00e4ftslokale der Antragsgegnerin.<\/p>\n<p>Anders w\u00e4re der Fall sicherlich zu entscheiden gewesen, wenn h\u00e4tte glaubhaft gemacht werden k\u00f6nnen, dass die Antragsgegnerin ihre Kaffeespezialit\u00e4ten stets mit einem Riegel \u201emerci\u201c-Schokolade serviert. Da dies offensichtlich nicht der Fall war, ist der Entscheidung der Frankfurter Richter auf ganzer Linie zuzustimmen.<\/p>\n<p>Wer nun Hei\u00dfhunger auf Schokolade bekommen hat, ist herzlich eingeladen, sich \u00fcber das juristische <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/marken-und-domainrecht\/der-kampf-um-den-osterhasen\">Schicksal des \u201eGoldhasen\u201c von Lindt<\/a> zu informieren. Es sollte einfach noch mehr Urteile geben, in denen S\u00fc\u00dfwaren und gutes Essen eine Hauptrolle spielen\u2026 (ab)<\/p>\n<p>(Bild \u00a9 ram69 &#8211; Fotolia.com)<!--:--><!--:en--><br \/>\n<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In die sch\u00f6ne Welt von S\u00fc\u00dfwaren, Kaffeekultur und franz\u00f6sischer Cuisine entf\u00fchrt uns heute eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (Beschluss vom 23.05.2012; Az. 6 W 36\/12). 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