{"id":1303,"date":"2010-05-15T17:49:20","date_gmt":"2010-05-15T15:49:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/?p=1303"},"modified":"2010-05-15T17:49:20","modified_gmt":"2010-05-15T15:49:20","slug":"das-geschaft-mit-den-abmahnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/das-geschaft-mit-den-abmahnungen\/","title":{"rendered":"Das Gesch\u00e4ft mit den Abmahnungen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Der <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.ferner-alsdorf.de\/2010\/05\/bgh-und-kostendeckelung-musikindustrie-kalkuliert-fest-mit-anwaltskosten\/\">Sohn des Kollegen Ferner<\/a> zitiert folgende \u00c4u\u00dferung eines Vertreters der Musikindustrie zum Filesharing in der Stuttgarter Zeitung, die seiner Auffassung nach nahelege, dass es dieser weniger um den Schutz des Rechteinhabers, als um die Verteidigung der &#8220;Abmahnindustrie&#8221; gehe:  <\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><\/em><\/p>\n<div style=\"text-align: justify\">\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Wer bei illegalen Downloads jetzt aber glaubt, mit 100 Euro billig davonzukommen, kann schnell eine b\u00f6se \u00dcberraschung erleben\u201d, so Michalk weiter. Bei Abmahnungen, die sich auf ganze Alben, Filme oder H\u00f6rb\u00fccher beziehen, handle es sich nach der bisherigen Rechtsprechung um gravierende Urheberrechtsverletzungen. Dabei greife die Deckelung der Abmahngeb\u00fchren auf 100 Euro nicht&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Verfasser zieht daraus den folgenden Schluss:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Bemerkenswert finde ich vielmehr einen anderen Aspekt: Hier macht sich in der Tat ein Rechteinhaber vor allem Sorgen um die Geb\u00fchren seines Rechtsanwalts \u2013 und eben nicht darum, ob er Schadensersatz f\u00fcr die Rechtsverletzung erh\u00e4lt. Ein m.E. durchaus offenes und eindr\u00fcckliches Gest\u00e4ndnis, dass man sich weniger um Selbstschutz als um das Gesch\u00e4ftsmodell \u201cAbmahnindustrie\u201d Gedanken macht.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.cosmiq.de\/qa\/show\/1621502\/Was-heisst-Epic-Fail\/\">Epic fail.<\/a> (Sagt man wohl so unter Jugendlichen)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Abgesehen davon, dass es sich bereits nicht erschlie\u00dft, was daran grunds\u00e4tzlich verwerflich sein soll, wenn der Urheberrechtsinhaber vom Verletzer auch die Kosten der Rechtsverfolgung erstattet bekommen m\u00f6chte, wird v\u00f6llig &#8220;\u00fcbersehen&#8221;, dass Rechtsanwaltskosten ein gro\u00dfer Teil des Schadensersatzes bzw. des Erstattungsbetrags ist, auf dem der Verletzte dank der Deckelung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/97a.html\" title=\"&sect; 97a UrhG: Abmahnung\">\u00a7 97a Abs. 2 UrhG<\/a> zum gro\u00dfen Teil sitzen bleibt. Es gibt daher F\u00e4lle, bei denen &#8211; sogar wenn die Verletzung t\u00e4terschaftlich begangen wird und ein \u00fcber die Anwaltskosten hinausgehender Schadensersatz \u00fcberhaupt in Betracht kommt &#8211; der Verletzte an seinen Anwalt mehr zahlt, als er an Schadensersatz erh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Man sollte einem Verkehrsrechtler einmal erz\u00e4hlen, seine Mandanten erhielten f\u00fcr seine Formschreiben bei einem einfachen &#8220;privaten&#8221; Auffahrunfall nur noch 100 Euro erstattet. F\u00fcr die dar\u00fcber hinausgehenden Anwaltskosten m\u00fcssten diese selbst aufkommen. Dann w\u00e4re was los. Interessanterweise passieren Verkehrsunf\u00e4lle der Statistik folgend mindestens genauso &#8220;massenhaft&#8221; wie das Filesharing. Alleine im Jahr 2008 ereigneten sich nach Wikipedia in Deutschland fast 2.294.000 Verkehrsunf\u00e4lle. Dass da wirklich in jedem anwaltlich bearbeiteten Fall Rechtswissenschaft &#8220;am Hochreck&#8221; betrieben wird, wage ich zu bezweifeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"> Wenn Rechtsanw\u00e4lte f\u00fcr alles &#8220;einfache&#8221; nur noch 100 Euro bek\u00e4men, s\u00e4he es auch in anderen Rechtsgebieten d\u00fcster aus. Auch f\u00fcr Fachanw\u00e4lte im Strafrecht, wie der Vater von Herrn Ferner einer ist.  <\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit mangelnder Praxiserfahrung des Verfassers allein kann man den Beitrag des <del datetime=\"2010-05-16T01:46:43+00:00\">Assessors<\/del> Diplom-Juristen (noch nicht einmal das&#8230; Dank an die Kommentatoren!) Herrn Ferner aber nicht erkl\u00e4ren. Denn die Beitr\u00e4ge im Ferner-Blog sind ansonsten zu vern\u00fcnftig. Zu sehr dr\u00e4ngt sich daher der Verdacht auf, dass Sohnemann Papas Kanzlei auf der guten Seite des Abmahnwahns mal wieder ins Gesp\u00e4ch bringen will. Nat\u00fcrlich nur rein informativ.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich nehme an, dass den Mandanten, die sich zuf\u00e4llig auf diesen Beitrag hin melden, kostenfrei geholfen wird. Sonst m\u00fcsste man am Ende annehmen, dass man sich bei der Anwaltskanzlei Ferner weniger um das Wohl der Mandanten sondern vor allem um die Rechtsanwaltsgeb\u00fchren Gedanken macht. Das wiederum lie\u00dfe auf ein Gesch\u00e4ftsmodell schliessen. Wenn dies nun noch mit Abmahnungen zu tun h\u00e4tte, die zahlreich bearbeitet w\u00fcrden, dann, naja Sie wissen schon&#8230;(la) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sohn des Kollegen Ferner zitiert folgende \u00c4u\u00dferung eines Vertreters der Musikindustrie zum Filesharing in der Stuttgarter Zeitung, die seiner Auffassung nach nahelege, dass es dieser weniger um den Schutz des Rechteinhabers, als um die Verteidigung der &#8220;Abmahnindustrie&#8221; gehe: &#8220;Wer bei illegalen Downloads jetzt aber glaubt, mit 100 Euro billig davonzukommen, kann schnell eine b\u00f6se [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,3382,5],"tags":[],"class_list":["post-1303","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magazin","category-kurioses-und-interessantes","category-urheber-designrecht"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1303"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1303\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}