{"id":12701,"date":"2012-05-30T07:14:15","date_gmt":"2012-05-30T05:14:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=12701"},"modified":"2017-04-07T11:50:03","modified_gmt":"2017-04-07T10:50:03","slug":"wenn-ein-anwalt-lieber-anonym-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wenn-ein-anwalt-lieber-anonym-bleibt\/","title":{"rendered":"Wenn ein Anwalt lieber anonym bleibt"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"We are Legion. We do not forgive. We do not forget. Expect us!\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/acta.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Mandanten gehen in der Regel nicht nur zum Anwalt, weil sie sich dort beraten lassen, sondern auch, weil sie von diesem nach au\u00dfen hin vertreten werden wollen. Neben der blo\u00dfen Beratung kann es n\u00e4mlich nat\u00fcrlich auch ratsam sein, den Anwalt aufgrund seiner praktischen Erfahrung und seines (guten oder jedenfalls sonstwie eindrucksvollen) Rufs eventuell notwendige Schreiben und Schrifts\u00e4tze auch formulieren und unterschreiben zu lassen.<\/p>\n<p>Jede Regel hat aber bekanntlich auch ihre Ausnahme:<\/p>\n<p><strong>Gegner antwortete pers\u00f6nlich<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem wir f\u00fcr unseren Mandanten einen Unterlassungsanspruch gegen\u00fcber einem Konkurrenten geltend gemacht hatten, erhielten wir Antwort vom Gegner pers\u00f6nlich. Er wolle sich mit unserer Mandantschaft einigen und sei bereit, die geltend gemachten Anspr\u00fcche zu erf\u00fcllen und auch die geforderte Unterlassungserkl\u00e4rung zu unterzeichnen. Allerdings bitte er sich eine Aufbrauchfrist von einem Monat aus. Daher habe sein (namentlich nicht genannter) Anwalt einige \u00c4nderungen in der vorformulierten Erkl\u00e4rung vorgenommen. Er bitte um Pr\u00fcfung, ob diese \u00c4nderungen so in Ordnung seien.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr, dem Gegner gar nicht mitzuteilen, dass man anwaltlich vertreten ist, kann es gute Gr\u00fcnde geben. Erstens wirkt es deeskalierend, wenn auf der Gegenseite nicht die gleichen rechtlichen \u201eGesch\u00fctze\u201c aufgefahren werden. Zweitens vermittelt es dem Gl\u00e4ubiger einen guten Eindruck, wenn man der Forderung nicht auf Rat eines Anwalts, der auch vielleicht auch taktische Erw\u00e4gungen hegt, gefolgt ist, sondern den Rechtsversto\u00df offenbar sogar \u201eeingesehen\u201c hat.<\/p>\n<p>Diese \u00dcberlegungen konnten in unserem Fall aber nicht Motivation sein, denn der Gegner hatte ja offenbart, dass er anwaltlich beraten war. Aus irgendeinem, uns unerfindlichen Grund, wollte der Anwalt aber offenbar jedenfalls namentlich nicht erw\u00e4hnt werden.<br \/>\nWeshalb, das wurde uns aufgrund einer der weiteren E-Mails des Gegners klar.<br \/>\n<strong><br \/>\nAdvoLeak<\/strong><\/p>\n<p>In einer E-Mail war der gegnerische (offenbar nicht in Erscheinung treten wollende) Anwalt vom Mandanten neben unserem Mandanten auf CC gesetzt, also als Carbon-Copy-Empf\u00e4nger der E-Mail f\u00fcr uns erkennbar geworden. Nach Lekt\u00fcre des Namens wunderte uns nicht mehr, dass der Kollege den (lukrativen) Fall zwar wohl gerne betreuen wollte, es aber f\u00fcr ratsam hielt, ausgerechnet unserer Kanzlei und unserer Mandantschaft gegen\u00fcber nicht in Erscheinung zu treten. F\u00fcr das Versteckspiel ihres Kollegen haben wir daher vollstes Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Wenn man vermeiden m\u00f6chte, dass der Empf\u00e4nger einer E-Mail weitere Empf\u00e4nger zur Kenntnis nehmen kann, sollte man diese \u00fcbrigens auf BCC (Blind Carbon Copy) setzen. (la)<!--:--><!--:en--><br \/>\n<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mandanten gehen in der Regel nicht nur zum Anwalt, weil sie sich dort beraten lassen, sondern auch, weil sie von diesem nach au\u00dfen hin vertreten werden wollen. Neben der blo\u00dfen Beratung kann es n\u00e4mlich nat\u00fcrlich auch ratsam sein, den Anwalt aufgrund seiner praktischen Erfahrung und seines (guten oder jedenfalls sonstwie eindrucksvollen) Rufs eventuell notwendige Schreiben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10436,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,3382],"tags":[393,1426,1427,1428],"class_list":["post-12701","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-magazin","category-kurioses-und-interessantes","tag-anonym","tag-anwalt","tag-inkognito","tag-hinter-den-kulissen"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12701","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12701"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12701\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}