{"id":12585,"date":"2012-05-24T07:04:22","date_gmt":"2012-05-24T05:04:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=12585"},"modified":"2017-04-07T11:50:34","modified_gmt":"2017-04-07T10:50:34","slug":"abmahngefahr-bei-tippfehlersdomains-und-catch-all-funktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/abmahngefahr-bei-tippfehlersdomains-und-catch-all-funktion\/","title":{"rendered":"Abmahngefahr bei &quot;Tippfehlerdomains&quot; und Catch-All-Funktion"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Genauso unzul\u00e4ssig wie gogool und Gesichtsbch\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/yutube_tippfehler.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Die Kollegen von Beckmann und Norda <a href=\"http:\/\/www.beckmannundnorda.de\/serendipity\/index.php?\/archives\/905-LG-Hamburg-Markenrechtlicher-Unterlassungsanspruch-bei-Tippfehlerdomains-und-Verwendung-der-Catch-All-Funktion.html\" target=\"_blank\">berichten<\/a> aktuell \u00fcber eine Entscheidung des Landgerichts Hamburg (LG Hamburg, Beschluss v. 21.09.2011, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=312%20O%20494\/11\" title=\"LG Hamburg, 21.09.2011 - 312 O 494\/11: Abmahngefahr bei &quot;Tippfehlerdomains&quot; und Catch-All-Funkt...\">312 O 494\/11<\/a>).<\/p>\n<p>Das Gericht hat entschieden, dass bei Nutzung einer Tippfehlerdomain ein markenrechtlicher Unterlassungsanspruch besteht. Dies gelte auch dann, wenn die Tippfehlerdomain durch Nutzung der Catch-All-Funktion entsteht. Zudem hat das LG Hamburg nochmals best\u00e4tigt, dass nicht nur eine GmbH sondern auch die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer pers\u00f6nlich auf Unterlassung haften.<\/p>\n<p>In dem Rechtsstreit ging es um kennzeichenrechtliche Unterlassungsanspr\u00fcche wegen der Verletzung einer nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/MarkenG\/5.html\" title=\"&sect; 5 MarkenG: Gesch&auml;ftliche Bezeichnungen\">\u00a7 5 MarkenG<\/a> gesch\u00fctzten gesch\u00e4ftlichen Bezeichnung durch eine Internetdomain.<\/p>\n<p>Es standen sich Domains mit folgender Struktur gegen\u00fcber:<\/p>\n[name]-[branche]shop.de und [name].[branche]shop.de<\/p>\n<p>Es war zwischen den Parteien streitig, ob die Tippfehlerdomain durch Verwendung der Catch-All-Funktion zustande gekommen war oder nicht. Hierauf kam es nach Ansicht des Gerichts aber nicht an. Das Gericht gab in der m\u00fcndlichen Verhandlung deutlich zu erkennen, dass es auch im Fall einer Catch-All-Domain von einer Kennzeichenrechtsverletzung ausgegangen w\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>Was ist eine Tippfehlerdomain?<\/strong><\/p>\n<p title=\"Uniform Resource Identifier\">Eine so genannte Tippfehlerdomain wird h\u00e4ufig mit voller Absicht dadurch geschaffen, dass eine Person eine Domain registriert, die einem bereits existierenden Domainnamen h\u00f6chst \u00e4hnlich ist und sich h\u00e4ufig nur durch das Weglassen oder das Vertauschen von Buchstaben von diesem unterscheidet. Dies wird in der Hoffnung getan, dass Personen, die einen bestimmten Domainnamen in den Browser eingeben, sich vertippen und dadurch auf die Tippfehlerdomain geleitet werden, wo dann bezahlte Werbung eingeblendet wird oder ein Konkurrenzangebot zu sehen ist.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet Catch-All?<\/strong><\/p>\n<p>Ist eine Catch-all-Funktion f\u00fcr eine Internetdomain eingerichtet, hat dies zur Folge, dass jedwede als Sublevel-Domain eingegebene Zeichenfolge auf einen bestimmten Host, etwa die Secondlevel-Domain weitergeleitet wird. Das besondere an der Catch-all-Funktion ist, dass, obwohl die Sublevel-Domain physisch nicht existent ist, eine Weiterleitung auf einen eingerichteten Host stattfindet, unabh\u00e4ngig davon, welche Zeichenfolge als Subdomain eingeben wird.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: F\u00fcr die Domain <em>example.com<\/em> ist eine Catch-all-Funktion eingerichtet. Der User gibt <em>xyz.example.com<\/em> in seinen Browser ein. Es erfolgt ein Weiterleitung auf <em>example.com<\/em>, obwohl es die Subdomain <em>xyz<\/em> nicht gibt.<\/p>\n<p><strong>Was tun?<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend auch vielen Laien einleuchten wird, dass die absichtliche &#8220;Umleitung&#8221; von Kunden durch Schaffung einer Tippfehlerdomain in den meisten F\u00e4llen rechtswidrig ist, liegt dies bei der so genannten Catch-All-Funktion nicht auf der Hand, zumal Letztere oft nicht in b\u00f6ser Absicht aktiviert wird.<\/p>\n<p>Wie eine Rechtsverletzung Zustandekommen kommt und insbesondere, ob den Verursacher ein Verschulden trifft, ist aber, worauf das Landgericht Hamburg nochmals hingewiesen hat, oft f\u00fcr eine Haftung unerheblich. die Entscheidung des Landgerichts Hamburg sollte daher zum Anlass genommen werden, beim Umgang mit Domainnamen noch gr\u00f6\u00dfere Vorsicht walten zu lassen. (la)<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kollegen von Beckmann und Norda berichten aktuell \u00fcber eine Entscheidung des Landgerichts Hamburg (LG Hamburg, Beschluss v. 21.09.2011, Az. 312 O 494\/11). Das Gericht hat entschieden, dass bei Nutzung einer Tippfehlerdomain ein markenrechtlicher Unterlassungsanspruch besteht. Dies gelte auch dann, wenn die Tippfehlerdomain durch Nutzung der Catch-All-Funktion entsteht. 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