{"id":12430,"date":"2012-05-21T17:14:47","date_gmt":"2012-05-21T15:14:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=12430"},"modified":"2017-04-07T11:51:20","modified_gmt":"2017-04-07T10:51:20","slug":"prosiebensat-1-media-ag-pro-urheber-anti-youtube","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/prosiebensat-1-media-ag-pro-urheber-anti-youtube\/","title":{"rendered":"ProSiebenSat.1 Media AG: Pro Urheber, Anti Youtube"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Wer gewinnt das Tauziehen?\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/tauz.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Nachdem in der Zeitung \u201eDIE ZEIT\u201c sich K\u00fcnstler, Autoren und Journalisten f\u00fcr den Schutz des Urheberrechts stark machten und ihre Unterschriften dazu leisteten, schlie\u00dft sich jetzt eines der gr\u00f6\u00dften deutschen Medienunternehmen der Forderung nach mehr Schutz f\u00fcr Urheber und Rechteinhaber an und nannte als Negativbeispiel Google und Youtube.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der ordentlichen Hauptversammlung f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2011 des Unternehmens ProSiebenSat.1 Media AG hielt Thomas Ebeling (Vorstandsvorsitzender) am 15.05.2012 eine Rede, die im mittleren Teil f\u00fcr \u00dcberraschungen sorgte. Zun\u00e4chst erfolgten die \u00fcblichen Themen, welche man in einer Jahreshauptversammlung erwartet. Wie steht das Unternehmen da, wie sind die Quoten, befindet es sich im Wachstum. Doch pl\u00f6tzlich erhob Herr Ebeling den drohenden Zeigefinger.<\/p>\n<blockquote><p><em>[\u2026]Heute m\u00f6chte ich stattdessen auf ein anderes, viel wichtigeres Thema eingehen, weil es die gesamte Branche bedroht: Google.<\/em><\/p>\n<p><em>[\u2026] Google profitiert zudem bei YouTube von massenhafter Verletzung des Urheberrechts und unternimmt zu wenig, um dagegen vorzugehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Worauf ich hinaus m\u00f6chte: Die deutsche und die europ\u00e4ische Kreativ-Wirtschaft stellen sich gern dem Wettbewerb mit einem Unternehmen, das aus unserem Alltag kaum wegzudenken ist. Aber nur, wenn f\u00fcr alle die gleichen Regeln gelten \u2013 und wenn diese Regeln auch von allen eingehalten werden. Dazu geh\u00f6rt prim\u00e4r der Schutz des geistigen Eigentums. <strong>Denn egal ob Sie, meine Damen und Herren, eine Zeitung lesen, ein Musikst\u00fcck h\u00f6ren oder einen Fernsehfilm sehen: dahinter stehen immer der Erfindungsreichtum und die Arbeitsleistung von kreativen Menschen, die gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen.<\/strong> Vor wenigen Tagen haben in der Wochenzeitung \u201eDIE ZEIT\u201c viele K\u00fcnstler, Autoren und Journalisten einen Aufruf unterzeichnet, dem wir uns nur anschlie\u00dfen k\u00f6nnen: Der Diebstahl geistigen Eigentums im Internet muss aufh\u00f6ren!<\/em><\/p>\n<p><em>Zur\u00fcck zum Fernsehen![\u2026]<\/em><\/p>\n<p>http:\/\/prosiebensat1.de\/media\/3479778\/rede_hv%202012.pdf<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Die Debatte ist wichtig<\/strong><\/p>\n<p>Es l\u00e4sst sich in den letzten Wochen vermehrt feststellen, dass sich in den Medien immer mehr Urheber und Rechteinhaber zu Wort melden. Meiner Ansicht nach ist diese Entwicklung zu begr\u00fc\u00dfen, denn nur wenn man beide Seiten in der Debatte um das Urheberrecht h\u00f6rt, wird man f\u00e4hig sein sich eine eigene Meinung zu bilden, die beide Interessen ber\u00fccksichtigt. Der von mir fett gekennzeichnete Satz, zeigt meines Erachtens sehr deutlich das derzeitige Problem: Man ist im Alltag mit vielen verschiedenen Medien konfrontiert (sog. \u201eMedienflut\u201c) und findet sie selbstverst\u00e4ndlich. Dass hinter der Branche Menschen stehen, die wertvolle kreative Arbeit leisten, reflektieren die meisten beim Radioh\u00f6ren, Fernsehschauen, Internetsurfen oder Buchlesen gar nicht mehr. Umso wichtiger erscheint es mir, dass die Debatte um das Urheberrecht nicht einseitig gef\u00fchrt wird und sogar so marktbeherrschende Unternehmen wie die ProSiebenSat.1 Media AG, darauf hinweisen, dass sie sich trotz gefestigter Position am Markt durch Internetunternehmen bedroht sehen.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass in der Rede von einem Wettbewerb zwischen Kreativwirtschaft und Google als Internetunternehmen die Rede ist, w\u00e4hrend Wettbewerb immer das Streben zweier Unternehmen nach einem Ziel bezeichnet. Da in der Debatte um das Urheberrecht der sogenannten Internetfreiheit gegen\u00fcber steht, w\u00fcrde man eigentlich davon sprechen, dass kein gemeinsames Ziel verfolgt wird und folgerichtig auch der Begriff des Wettbewerbs zu verneinen w\u00e4re. Dass Herr Ebeling dennoch diesen Begriff w\u00e4hlte, l\u00e4sst sich wohl als Kampfansage verstehen. (jr)<\/p>\n<p>(Bild: \u00a9 imageteam &#8211; Fotolia.com)<!--:--><!--:en--><\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem in der Zeitung \u201eDIE ZEIT\u201c sich K\u00fcnstler, Autoren und Journalisten f\u00fcr den Schutz des Urheberrechts stark machten und ihre Unterschriften dazu leisteten, schlie\u00dft sich jetzt eines der gr\u00f6\u00dften deutschen Medienunternehmen der Forderung nach mehr Schutz f\u00fcr Urheber und Rechteinhaber an und nannte als Negativbeispiel Google und Youtube. 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