{"id":12299,"date":"2012-05-14T07:41:10","date_gmt":"2012-05-14T05:41:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=12299"},"modified":"2021-01-12T10:51:45","modified_gmt":"2021-01-12T08:51:45","slug":"wenn-das-die-gisela-erfahrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/wenn-das-die-gisela-erfahrt\/","title":{"rendered":"Wenn das die Gisela erf\u00e4hrt&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px; margin-bottom: 10px;\" title=\"In K\u00f6ln w\u00e4re das nicht passiert\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/unternehmerpreis.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Der Kollege H\u00e4nsch berichtet auf seiner Internetseite von einem <a href=\"http:\/\/www.ra-haensch.de\/php\/wordpress\/?p=1254\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klageverfahren<\/a> des Unternehmens <a href=\"http:\/\/www.euroweb.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Euroweb<\/a> aus D\u00fcsseldorf. Das Unternehmen macht eine Verg\u00fctung aus einem angeblich geschlossenen Vertrag zur Erstellung einer Internetseite geltend.<\/p>\n<h2>Die Referenzkundenmasche wurde auch bei uns versucht<\/h2>\n<p>Auch wir haben bereits Bekanntschaft mit dem Unternehmen gemacht. Ein Mitarbeiter des Unternehmens Euroweb kontaktierte uns letztes Jahr telefonisch und fragte, ob wir Interesse an der Erstellung einer Internetseite h\u00e4tten, die f\u00fcr uns als Referenzkunden umsonst sei. Lediglich die Pflege der Internetseite m\u00fcssten wir bezahlen. Da wir zuf\u00e4llig gerade \u00fcber ein Update unserer Internetseite nachdachten, kam uns das Angebot gerade recht. Offen gestanden f\u00fchlten wir uns auch ein wenig geschmeichelt, dass ausgerechnet unsere Kanzlei dazu ausgew\u00e4hlt worden war, f\u00fcr das Unternehmen als Referenz zu dienen. Die ganze Sache klang irgendwie zu sch\u00f6n, um wahr zu sein. Das war sie auch.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise hatten wir vor einem geplanten R\u00fcckruf eine Googlesuche mit den Worten &#8220;Euroweb Referenzkunde&#8221; durchgef\u00fchrt, die B\u00e4nde sprach. Offenbar waren wir nicht einer von wenigen auserw\u00e4hlten &#8220;Referenzkunden&#8221;. Es wimmelte geradezu davon. Das kam uns dann doch ein wenig spanisch vor und wir brachen jeglichen Kontakt ab.<\/p>\n<h2>Referenzkunde? Nie geh\u00f6rt!<\/h2>\n<p>Einer der Mandanten des Kollegen H\u00e4nsch wurde offenbar von Euroweb auf Zahlung von \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.ra-haensch.de\/php\/wordpress\/?p=1981\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">9.000 \u20ac<\/a> vor dem Landgericht D\u00fcsseldorf, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=22%20O%20101\/11\" title=\"LG D&uuml;sseldorf, anh&auml;ngiges Verfahren - 22 O 101\/11: Wenn das die Gisela erf&auml;hrt&#133;\">22 O 101\/11<\/a> verklagt. Der Kollege berichtet von einer m\u00fcndlichen Verhandlung am 13.4.2012, bei der sowohl die Ehefrau des Beklagten als auch ein Mitarbeiter der Firma Euroweb als Zeugen vernommen wurden.<\/p>\n<p>Am Freitag hat der Kollege H\u00e4nsch das Protokoll der m\u00fcndlichen Verhandlung vom 13.4.2012 auf seiner Internetseite <a href=\"http:\/\/www.ra-haensch.de\/php\/wordpress\/?p=2167\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ver\u00f6ffentlicht<\/a>. Aus diesem ergibt sich interessanterweise, dass die Zeugin des Beklagten das best\u00e4tigt, was der Mitarbeiter von Euroweb auch uns gegen\u00fcber ge\u00e4u\u00dfert hatte. N\u00e4mlich, dass man als Referenzkunde f\u00fcr die Erstellung der Internetseite nichts zu zahlen h\u00e4tte und lediglich eine Servicepauschale anfalle.<\/p>\n<h2>Aussage unglaubhaft<\/h2>\n<p>Interessanterweise erinnerte sich der Zeuge der Kl\u00e4gerin, der Firma Euroweb, an das Gespr\u00e4ch mit dem Beklagten nicht mehr so richtig. Eins aber, das wusste er noch ganz genau: Der Begriff &#8220;Referenzkunde&#8221; sei nie benutzt worden. Merkw\u00fcrdig. Auch uns gegen\u00fcber war dies ja gerade das schlagende Verkaufsargument gewesen. Dar\u00fcber hinaus ist ein solches Aussageverhalten &#8211; egal ob zurecht gelegt oder nicht &#8211; f\u00fcr den Tatrichter regelm\u00e4\u00dfig ein &#8220;rotes Tuch&#8221;, da es nat\u00fcrlich &#8211; gelinde gesagt &#8211; bemerkenswert ist, wenn ein Zeuge sich an die Einzelheiten eines Sachverhalts nicht mehr erinnern kann, aber ausgerechnet in Bezug auf ein f\u00fcr den Klageanspruch wichtiges Element sich demgegen\u00fcber v\u00f6llig sicher ist.<\/p>\n<h2>Klager\u00fccknahme<\/h2>\n<p>Es \u00fcberrascht daher nicht, dass die Kammer nach einer Beratung mitteilte, dass sie die Aussage des Zeugen der Kl\u00e4gerin f\u00fcr\u00a0 nicht glaubhaft halte. Euroweb hat die Klage sodann zur\u00fcckgenommen.<\/p>\n<p>Was die &#8220;Gerichtsreporterin&#8221; Gisela Mertens, deren Berichte in ihrem im \u00fcbrigen ohne Impressum betriebenen <a href=\"http:\/\/gerichtsreporterin.wordpress.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blog &#8220;Geschichten aus dem Gericht&#8221;<\/a> sich auff\u00e4llig h\u00e4ufig dem &#8220;zu Unrecht verleumdeten&#8221; Unternehmen Euroweb <a href=\"http:\/\/gerichtsreporterin.wordpress.com\/2012\/05\/10\/euroweb-im-kreuzfeuer-wie-pseudo-blogger-das-internet-im-wahrsten-sinne-des-wortes-missbrauchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">positiv widmen<\/a>, wohl dazu sagen wird, wenn sie erf\u00e4hrt, dass die Schilderungen der Mitarbeiter des Unternehmens Euroweb unglaubhaft sind?<\/p>\n<p>Wir werden es sicher bald lesen. Objektivit\u00e4t ist schlie\u00dflich Ehrensache f\u00fcr einen seri\u00f6sen Journalisten. (la)<!--:--><!--:en--><\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kollege H\u00e4nsch berichtet auf seiner Internetseite von einem Klageverfahren des Unternehmens Euroweb aus D\u00fcsseldorf. Das Unternehmen macht eine Verg\u00fctung aus einem angeblich geschlossenen Vertrag zur Erstellung einer Internetseite geltend. Die Referenzkundenmasche wurde auch bei uns versucht Auch wir haben bereits Bekanntschaft mit dem Unternehmen gemacht. 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