{"id":11989,"date":"2012-05-02T07:49:12","date_gmt":"2012-05-02T05:49:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=11989"},"modified":"2017-04-07T11:54:17","modified_gmt":"2017-04-07T10:54:17","slug":"einstweilige-verfugung-gegen-arag-wegen-schleichwerbung-vom-lg-hamburg-bestatigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/einstweilige-verfugung-gegen-arag-wegen-schleichwerbung-vom-lg-hamburg-bestatigt\/","title":{"rendered":"Einstweilige Verf\u00fcgung gegen ARAG wegen Schleichwerbung vom LG Hamburg best\u00e4tigt"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr uns!\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/arag.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Wie der Kollege Dr. Bahr <a href=\"http:\/\/www.dr-bahr.com\/news\/lg-hamburg-bestaetigt-online-schleichwerbung-der-arag-wettbewerbswidrig.html\" target=\"_blank\">mitteilt<\/a>, hat das Landgericht Hamburg eine am 3.1.2012 erlassene <a href=\"http:\/\/www.dr-bahr.com\/download\/lg-hamburg-online-schleichwerbung-arag-312-O-715-11.pdf\" target=\"_blank\">einstweilige Verf\u00fcgung<\/a> auf einen Widerspruch der ARAG nach Durchf\u00fchrung der m\u00fcndlichen Verhandlung nun am 24.4.2012 best\u00e4tigt. Die schriftlichen Urteilsgr\u00fcnde liegen aber noch nicht vor.<\/p>\n<p><strong>Die beste Versicherung, die es gibt<\/strong><\/p>\n<p>Hintergrund des Verfahrens ist der folgende Kommentar im <a href=\"http:\/\/www.rsv-blog.de\/\" target=\"_blank\">RSV-Blog<\/a>:<\/p>\n<p><strong>&#8220;Die ARAG ist die beste Rechtsschutzversicherung, die es gibt. Einmal angefragt, schon kam die Deckungszusage, mein Anwalt als auch ich sind begeistert. Weiter so ARAG und mit dem neuen Produkt Recht und Heim ist die ARAG unschlagbar. Eine der fairsten und kompetentes den Versicherungen, die ich kenne.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Die IP-Recherche f\u00fchrte direkt zum Rechtsschutzversicherer ARAG, So dass der Verdacht nahe lag, dass der Versicherer hier selbst t\u00e4tig geworden war und es sich dementsprechend um eine unzul\u00e4ssige Schleichwerbung gehandelt haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Bereits im Januar hatten wir uns <a href=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/lbr-blog\/die-arag-ist-die-beste-rechtsschutzversicherung-die-es-gibt-schleichwerbung-im-rsv-blog\" target=\"_blank\">hier<\/a> mit dem Fall befasst und insbesondere auf prozessuale Probleme des Falls hingewiesen.<\/p>\n<p><strong>Unzul\u00e4ssige Erhebung und Verwendung der IP-Adresse?<\/strong><\/p>\n<p>Denn die Verwendung der h\u00f6chstwahrscheinlich rechtswidrig erlangten IP-Adresse als Glaubhaftmachungsmittel im einstweiligen Verf\u00fcgungsverfahren erscheint problematisch.<\/p>\n<p>Folgt man der (im Vordringen befindlichen) Ansicht, dass IP-Adressen personenbezogene Daten darstellen, so ist deren Erhebung nur zul\u00e4ssig, soweit dies erforderlich ist, um die Inanspruchnahme von Telemedien zu erm\u00f6glichen und abzurechnen (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/TMG\/15.html\" title=\"&sect; 15 TMG: (weggefallen)\">\u00a7 15 TMG<\/a>). Anderenfalls muss vor der Erhebung die Einwilligung des Dateninhabers eingeholt werden.<\/p>\n<p>Davon, dass die vor Gericht zum Beleg des durch die ARAG begangenen Versto\u00dfes verwendete IP-Adresse mit Einwilligung des Nutzers erhoben worden ist, ist nicht auszugehen. Denn der konkrete Verfasser des Kommentars ist bisher unbekannt. Die Erhebung und die Weiterleitung der IP-Adresse d\u00fcrften demnach unzul\u00e4ssig gewesen sein. Nach dem Telemediengesetz drohen daf\u00fcr Bu\u00dfgelder bis zu 50.000 \u20ac.<\/p>\n<p>Aber nicht nur das. Problematisch wird die unzul\u00e4ssige Erhebung der die Adresse n\u00e4mlich auch f\u00fcr das vorliegende Verfahren. So hat das OLG Karlsruhe (Urt. v. 04.12.2008 \u2013 Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=4%20U%2086\/07\" title=\"4 U 86\/07 (4 zugeordnete Entscheidungen)\">4 U 86\/07<\/a>) zum Beispiel entschieden, dass rechtswidrig gewonnene IP-Adressen in einem wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsverfahren einem Beweisverwertungsverbot unterliegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sobald die schriftlichen Urteilsgr\u00fcnde vorliegen, wird man beurteilen k\u00f6nnen, ob sich die ARAG \u00fcberhaupt auf diesen Einwand berufen hat und zu welcher Beurteilung das Gericht gekommen ist. Selbst wenn die ARAG es vers\u00e4umt haben sollte, sich mit diesem Argument zu wehren, w\u00e4re es noch nicht zwingend zu sp\u00e4t. Denn der Antragsgegner eines Verf\u00fcgungsverfahrens kann, was viele nicht wissen, den Antragsteller dazu zwingen, die Klage in der Hauptsache zu erheben, in dem der Rechtsstreit vollumf\u00e4nglich unter Zuhilfenahme von Strengbeweisen gekl\u00e4rt werden kann.<\/p>\n<p>Sobald die Urteilsgr\u00fcnde vorliegen, wissen wir mehr. (la)<!--:--><!--:en-->&nbsp;<\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der Kollege Dr. Bahr mitteilt, hat das Landgericht Hamburg eine am 3.1.2012 erlassene einstweilige Verf\u00fcgung auf einen Widerspruch der ARAG nach Durchf\u00fchrung der m\u00fcndlichen Verhandlung nun am 24.4.2012 best\u00e4tigt. Die schriftlichen Urteilsgr\u00fcnde liegen aber noch nicht vor. 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