{"id":10965,"date":"2012-03-15T08:09:14","date_gmt":"2012-03-15T06:09:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=10965"},"modified":"2017-04-25T11:56:00","modified_gmt":"2017-04-25T10:56:00","slug":"die-kanzleiwahl-im-referendariat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/die-kanzleiwahl-im-referendariat\/","title":{"rendered":"Die Kanzleiwahl im Referendariat"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Welche  Karriereleiter ist Deine?\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/leiter.jpg\" alt=\"Welche  Karriereleiter ist Deine?\" \/><\/p>\n<p>Dieser Beitrag richtet sich an alle Referendare, die noch die Qual der Wahl haben, wie sie die Anwaltsstation gestalten wollen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens die 3. Station im Referendariat muss man sich selber ausw\u00e4hlen. Vorbei ist dann die bequeme Zeit, in der man sich durch die Referendargesch\u00e4ftsstelle nach dem Zufallsprinzip einem Ausbilder zuweisen l\u00e4sst. W\u00e4hrend die Verwaltungsstation dabei f\u00fcr manche eine l\u00e4stige Pflicht ist, die nach drei Monaten vorbei ist, ist die Entscheidung f\u00fcr den Ausbilder in der Anwaltsstation folgentr\u00e4chtiger. Die M\u00f6glichkeiten sind hier unz\u00e4hlig und eine reine Typfrage.<\/p>\n<p><strong>Unternehmen, Anwalt oder Tauchen<\/strong><\/p>\n<p>Am Anfang stellt sich die Frage, wozu man die l\u00e4ngste Station im Referendariat nutzen will. Hierbei scheiden sich die Geister unter den Referendaren. Manche wollen diese Station, da es die letzte vor den Examensklausuren ist, zum umf\u00e4nglichen Tauchen nutzen. Die Station kann aber auch dazu genutzt werden, um den zuk\u00fcnftig erw\u00fcnschten Beruf kennen zu lernen. Die Anwaltsstation kann (in NRW) gesplittet werden, so dass die M\u00f6glichkeit f\u00fcr diejenigen besteht, die zuk\u00fcnftig mit ihren juristischen F\u00e4higkeiten in einer Versicherung oder einem Unternehmen arbeiten wollen, dies bereits hier auszuprobieren.<\/p>\n<p>Ist man zu der Entscheidung gekommen, dass man den Beruf des Anwalts kennen lernen m\u00f6chte, stellen sich zahlreiche neue Fragen.<\/p>\n<p><strong>Die Wahl anhand des Rechtsgebiets<\/strong><\/p>\n<p>Da w\u00e4re zun\u00e4chst die Wahl des Rechtsgebietes. Viele raten dazu, einen so bezeichneten \u201eFeld-Wald- und Wiesenanwalt\u201c zu w\u00e4hlen, da man da nochmal umfassende Einblicke in alle m\u00f6glichen Themengebiete des 2. Staatsexamens bekommen kann.<\/p>\n<p>Wenn man aber bereits ein Rechtsgebiet gefunden hat, was einem gef\u00e4llt, kann das seine Vorteile haben. Man hat dann Spa\u00df bei der Kanzleiarbeit, weil man in dem Bereich arbeitet, der einem pers\u00f6nlich interessiert und man hinterl\u00e4sst dieses Interesse im Lebenslauf.<\/p>\n<p>Hat man sich f\u00fcr ein konkretes Rechtsgebiet entschieden, liegt der n\u00e4chste Schritt darin, das Internet zu durchsuchen. Dabei kann man gezielt nach Kanzleien suchen, die Referendarsstellen in Jobb\u00f6rsen anbieten oder sich auch initiativ bewerben.<\/p>\n<p><strong>Die Art der Kanzlei<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man sich initiativ bewerben will, landet man \u00fcber die Internetsuchmaschinen letztendlich auf den Homepages der Kanzleien. Hier kann man anhand der Art, wie sich die Kanzlei darstellt, einen ersten Eindruck gewinnen. Ob einen die Kanzlei anspricht, kann man daran fest machen, wie sie sich beschreibt, welche Rechtsgebiete sie behandelt, wird auch Vertragsgestaltung als Dienstleistung angeboten, gibt es einen interessanten Blog , wer sind\u00a0 ggf. die Mandanten und auch anhand des profanen Kriteriums wie sehen die Anw\u00e4lte aus. Bevorzugt man ein junges Team oder w\u00fcnscht man einen Lehrmeister der alten Schule? Man sollte sich anhand des ersten Eindrucks fragen, ob man sich vorstellen kann, mit diesen Anw\u00e4lten in dem dargestellten T\u00e4tigkeitsfeld zu arbeiten.<\/p>\n<p>Darauf folgt\u00a0 die n\u00e4chste Frage nach der Gr\u00f6\u00dfe der Kanzlei. Einige Referendare meinen, Gro\u00dfkanzleien seien Karrieresprungbretter. Man muss sich aber auch vor Augen halten, dass man in einer Gro\u00dfkanzlei anonymer ist. Wenn man durch die Wahl der Anwaltsstation den sprichw\u00f6rtlichen \u201eFu\u00df in die T\u00fcr\u201c bekommen m\u00f6chte, kann man auch darauf achten, wie sich die Struktur einer Kanzlei in den letzten Jahren ver\u00e4ndert hat. Ist eine Kanzlei seit ein paar Jahren im Wachstum, stehen die Chancen eventuell auch hier nicht schlecht.<\/p>\n<p>Auch die Arbeit in einer der kleineren Kanzleien kann sch\u00f6n sein, weil sie einerseits pers\u00f6nlich ist und man doch gen\u00fcgend verschiedene Anw\u00e4lte und ihre Arbeitsweisen zum Vorbild hat. Wer lieber nur einen Ausbilder will, ist vielleicht in der Einmannkanzlei am besten aufgehoben. Es ist eine Typfrage.<\/p>\n<p><strong>Mit konkreten Vorstellungen ins Bewerbungsgespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p>Naht das Bewerbungsgespr\u00e4ch, muss man sich ein weiteres Mal eine konkrete Vorstellung von dem machen, wie man in der Anwaltsstation arbeiten will. Es geht hierbei um die Anwesenheitszeit, dem Arbeitsumfang, die Art der Arbeit, ob man in dieser Station verg\u00fctet werden will und wieviel Verantwortung man \u00fcbernehmen m\u00f6chte. Die Frage nach der Anwesenheit ist verwandt mit der der Tauchfrage. \u00a0F\u00fcr jemand der gerne Anwalt werden m\u00f6chte, wird es interessanter sein, ein paar Tage in der Woche vor Ort zu verbringen. Dadurch kann man einen Eindruck in die Atmosph\u00e4re der Kanzlei bekommen: wie ist das Betriebsklima, wie arbeiten die einzelnen Anw\u00e4lte, unterst\u00fctzen sie sich oder streitet jeder f\u00fcr sich?<\/p>\n<p>Manche meiner Kollegen holen sich einmal pro Woche Akten ab, bearbeiten diese zu Hause und bringen sie zum Gespr\u00e4ch in die Kanzlei wieder mit. Auch das ist wieder Typfrage. Diese Alternative hat den Vorteil, dass man in der Zeit zu Hause etwas flexibler ist. Vielleicht hat es aber auch den Nachteil, dass man die Kanzleiarbeit nicht sauber von der Examensvorbereitung trennt. Man muss sich fragen, ob man so eine Vorgehensweise organisiert bekommt. Wem es wichtig ist die Arbeitszeit in der Kanzlei zu verbringen, um einen Einblick in diese zu erhalten, der sollte im Gespr\u00e4ch nach einem Arbeitsplatz f\u00fcr Referendare fragen.<\/p>\n<p>Weiter sollte man\u00a0 im Gespr\u00e4ch fragen, wie sich die Art der Arbeit gestaltet, was diese umfasst und sich selbst, ob man diese gerne \u00fcbernehmen m\u00f6chte. Die Arbeitsweisen von Referendaren k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig sein: Recherche, Begutachtungen, Bloggen, den Anwalt bei Gericht begleiten oder sogar vertreten, Mandantengespr\u00e4che f\u00fchren oder Aktenarbeit. Man sollte sich vorab entscheiden was man will, damit man im Gespr\u00e4ch gezielt danach fragen kann.<\/p>\n<p>Abgesehen wie man sich im Bewerbungsgespr\u00e4ch verkaufen sollte, kann es sinnvoll sein, auch zwischen den Zeilen zu lesen und sich auch vom Bauchgef\u00fchl leiten zu lassen. Wer sich in der ersten Kanzlei irgendwie unwohl f\u00fchlt, sollte von seiner M\u00f6glichkeit Gebrauch machen und weiter suchen. Daher ist es sinnvoll fr\u00fch mit der Suche anzufangen. Meiner Meinung nach sollte das Bewerbungsgespr\u00e4ch auch dazu dienen klare Absprachen zu treffen. Denn in diesem Gespr\u00e4ch sollte man einen Eindruck davon bekommen, wie die Arbeit sp\u00e4ter konkret abl\u00e4uft. Vorsicht ist geboten, wenn der potentielle Ausbilder sich hinsichtlich der Arbeitszeit noch nicht festlegen will und Wendungen benutzt wie \u201egearbeitet wird nach Bedarf&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Das Rezept f\u00fcr die perfekte Anwaltsstation<\/strong><\/p>\n<p>Ein Rezept was auf alle passt gibt es nicht und auch keinen allgemeing\u00fcltigen richtigen Weg. Vielmehr ist das Mittel zum Weg, dass man sich vor der Bewerbung und der Station klar macht, was man will. Wer den Beruf des Anwalt bereits f\u00fcr sich ausgemacht hat und auch ein Rechtsgebiet gew\u00e4hlt hat, was einen begeistert, so kann diese Station eine Bereicherung sein, viel Spa\u00df machen und vergeht leider wie im Fluge. (jr)<\/p>\n<p>(Bild: \u00a9 hohojirozame &#8211; Fotolia.com)<!--:--><!--:en--><br \/>\n<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag richtet sich an alle Referendare, die noch die Qual der Wahl haben, wie sie die Anwaltsstation gestalten wollen. Sp\u00e4testens die 3. Station im Referendariat muss man sich selber ausw\u00e4hlen. Vorbei ist dann die bequeme Zeit, in der man sich durch die Referendargesch\u00e4ftsstelle nach dem Zufallsprinzip einem Ausbilder zuweisen l\u00e4sst. 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