{"id":10861,"date":"2012-03-07T18:45:46","date_gmt":"2012-03-07T16:45:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/?p=10861"},"modified":"2017-04-07T12:03:29","modified_gmt":"2017-04-07T11:03:29","slug":"texte-finden-ist-nicht-schwer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/texte-finden-ist-nicht-schwer\/","title":{"rendered":"Texte finden ist nicht schwer, sie zu bearbeiten umso mehr"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left alignleft\" style=\"margin-right: 15px;margin-bottom: 10px\" title=\"Da haben wir den Buchstabensalat\" src=\"https:\/\/www.lhr-law.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Buchstaben.jpg\" alt=\"Da haben wir den Buchstabensalat\" \/> Bei Recherchen f\u00fcr Berichterstattungen ist die Versuchung h\u00e4ufig gro\u00df, sich bereits existierender Erkenntnisse und Materialien zu bedienen und darauf st\u00fctzend den eigenen Beitrag aufzubauen. Aufgrund der weitgehenden Digitalisierung der Informationsquellen ist eine \u00dcbernahme denkbar einfach und gibt dabei h\u00e4ufig \u2013 genauso wie die scheinbare Straflosigkeit solchen Verhaltens \u2013 den entscheidenden Ansto\u00df.<\/p>\n<p>Die Gef\u00e4hrlichkeit des Verhaltens ist h\u00e4ufig nicht klar.<\/p>\n<p><strong>Abschreiben ist verboten und teuer<\/strong><\/p>\n<p>Zu beachten ist n\u00e4mlich stets, dass einzelne aufgefundene Inhalte auch im Online-Bereich als Sprachwerke nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">\u00a7 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG<\/a> urheberrechtlichen Schutz genie\u00dfen k\u00f6nnen. Die insoweit bestehenden Ausschlie\u00dflichkeitsrechte geben dem Urheber die M\u00f6glichkeit, jeglicher Art unberechtigter Nutzung seines Werkes mit Unterlassungs- oder Schadensersatzanspr\u00fcchen begegnen zu k\u00f6nnen. Hierbei hat der Urheber nicht nur Rechte bei der identischen \u00dcbernahme sondern auch dann, wenn der Verletzer Abwandlungen vornimmt, sich jedoch weiterhin zu nah an dem Ursprungstext befindet.<\/p>\n<p><strong>1000 \u20ac f\u00fcr eine DIN-A4-Seite<\/strong><\/p>\n<p>Die H\u00f6he des konkret verwirkten Schadenersatzanspruchs kann im Wege der sogenannten Lizenzanalogie festgelegt werden. Bei \u00dcbernahme journalistischer Inhalte bieten beispielsweise die von dem DJV (Deutscher Journalisten-Verband e. V.) j\u00e4hrlich herausgegebenen \u201eVertragsbedingungen und Honorare f\u00fcr die Nutzung freier journalistischer Beitr\u00e4ge\u201c eine Berechnungsgrundlage. Danach kann der Urhebers eines online ver\u00f6ffentlichten journalistischen Artikels im Falle der (auch nur teilweise erfolgten) \u00dcbernahme von dem Verletzer einen Schadenersatz in H\u00f6he von mindestens 16 Cent pro Zeichen geltend machen. Dies entspricht bei einem durchschnittlichen DIN-A4-Artikel von etwa 3000 Zeichen einer Summe in H\u00f6he von ca. 480,00 Euro. Nach verbreiteter Gerichtspraxis wird dieser Betrag bei einer unterbliebenen Urheberbenennung ferner um einen 100%-Zuschlag erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Ein h\u00e4ufiges Beispiel stellt in diesem Zusammenhang das bewusste Anma\u00dfen fremder Urheberschaft -das Plagiat- dar. Zwar ist das Plagiat im deutschen Urhebergesetz nicht ausdr\u00fccklich geregelt, es f\u00fchrt allerdings bei einer unver\u00e4nderten \u00dcbernahme des Originalwerks zwangsl\u00e4ufig zu einer Verletzung der Verwertungs- insbesondere der Vervielf\u00e4ltigungsrechte des Urhebers nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/15.html\" title=\"&sect; 15 UrhG: Allgemeines\">\u00a7\u00a7 15 ff. UrhG<\/a>. In Bezug auf die unterbliebene Autorenbenennung ist dar\u00fcber hinaus die Verletzung des Urheberpers\u00f6nlichkeitsrechts nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/13.html\" title=\"&sect; 13 UrhG: Anerkennung der Urheberschaft\">\u00a7 13 UrhG<\/a> in Betracht zu ziehen.<\/p>\n<p><strong>Auch \u00c4bandern hilft oft nicht<\/strong><\/p>\n<p>Auch bei der Ab\u00e4nderung des Originalwerks bewegt man sich in der Regel im Bereich der ausschlie\u00dflichen Rechtspositionen des Urhebers, so dass eine Verwertung des abge\u00e4nderten Originalwerks ohne Zustimmung des Urhebers h\u00e4ufig unzul\u00e4ssig ist. In solchen F\u00e4llen ist ein Eingriff in das Bearbeitungsrecht nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/23.html\" title=\"&sect; 23 UrhG: Bearbeitungen und Umgestaltungen\">\u00a7 23 S. 1 UrhG<\/a> zu untersuchen. Die Grenze bildet hier die sogenannte freie Benutzung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/24.html\" title=\"&sect; 24 UrhG: (weggefallen)\">\u00a7 24 UrhG<\/a>, bei der das Originalwerk lediglich als Anregung f\u00fcr ein neues, selbst\u00e4ndiges Werk benutzt wird, wobei dessen individuelle Z\u00fcge im Hinblick auf die Eigenart des neuen Werks (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">\u00a7 2 Abs. 2 UrhG<\/a>) komplett in den Hintergrund treten. Sichere Ma\u00dfst\u00e4be gibt es hier allerdings nicht. Die Abgrenzung h\u00e4ngt ganz \u00fcberwiegend von den Umst\u00e4nden und den Besonderheiten des konkreten Einzelfalls ab. (pu, ro)<\/p>\n<p>(Bild: \u00a9 Claudia Paulussen &#8211; Fotolia.com)<!--:--><!--:en--><br \/>\n<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Recherchen f\u00fcr Berichterstattungen ist die Versuchung h\u00e4ufig gro\u00df, sich bereits existierender Erkenntnisse und Materialien zu bedienen und darauf st\u00fctzend den eigenen Beitrag aufzubauen. Aufgrund der weitgehenden Digitalisierung der Informationsquellen ist eine \u00dcbernahme denkbar einfach und gibt dabei h\u00e4ufig \u2013 genauso wie die scheinbare Straflosigkeit solchen Verhaltens \u2013 den entscheidenden Ansto\u00df. 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