{"id":106,"date":"2007-02-07T10:55:00","date_gmt":"2007-02-07T08:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhr-law.de\/wordpress\/?p=106"},"modified":"2007-02-07T10:55:00","modified_gmt":"2007-02-07T08:55:00","slug":"bgh-zur-erstattung-der-abmahnkosten-des-selbstbeauftragten-anwalts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/magazin\/bgh-zur-erstattung-der-abmahnkosten-des-selbstbeauftragten-anwalts\/","title":{"rendered":"BGH zur Erstattung der Abmahnkosten des selbstbeauftragten Anwalts"},"content":{"rendered":"<div>Ein Anwalt, der au\u00dferhalb des Wettbewerbsrechts in rechtlich unzweifelhaften F\u00e4llen eine Abmahnung ausspricht und \u00fcber die n\u00f6tige eigene Sachkunde verf\u00fcgt, kann die dadurch entstandenen Kosten nach einem neuen Urteil des BGH (<a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;sid=a4b5e2474cbf97dc7bd5a555d7cfea26&amp;client=%5B%273%27%2C+%273%27%5D&amp;amp;amp;client=%5B%273%27%2C+%273%27%5D&amp;nr=38774&amp;pos=0&amp;anz=1\">VI ZR 175\/05<\/a>) nicht erstattet verlangen. In dem konkreten Fall hatte ein Anwalt einen Anrufer abgemahnt, der ihm am Telefon ein Immobiliengutachten aufschwatzen wollte. Unzul\u00e4ssig sei dies in jedem Fall, kostenpflichtig aber nicht:<\/div>\n<div>\n<blockquote><p><em>&#8220;Hiernach erweist sich die sofortige Einschaltung eines Anwalts auch aus der Sicht des Gesch\u00e4digten dann als nicht erforderlich, wenn er selbst \u00fcber eigene Fachkenntnisse und Erfahrungen zur Abwicklung des konkreten Schadensfalles verf\u00fcgt.&#8221;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<div>Die Argumentation w\u00fcrde allerdings &#8211; wollte man sie verallgemeinern &#8211; dazu f\u00fchren, dass etwa ein Mechaniker in Zukunft selbst die kleine Beule ausbeulen darf, die ihm ein anderer in den Kotfl\u00fcgel gezaubert hat. Je mehr man also von seinem Fachgebiet versteht, desto eher muss man den Schaden selbst ausb\u00fcgeln.<\/div>\n<div>Das Urteil l\u00e4sst sich allerdings wohl nicht verallgemeinern, da der BGH an mehreren Stellen in diesem Urteil betont, dass es sich bei der Angelegenheit um einen rechtlich v\u00f6llig klaren Einzelfall au\u00dferhalb des Wettbewerbsrechts handelte. Auch k\u00f6nne sich bei &#8220;einer Vielzahl von Schadensf\u00e4llen&#8221; (Vorsicht Massenabmahnung!) eine andere Beurteilung ergeben. Schlie\u00dflich stellt der BGH klar, dass sich an der bisherigen Rechtsprechung nichts \u00e4ndert, wonach derjenige, der sich &#8220;nicht auskennt&#8221;, selbstverst\u00e4ndlich einen Anwalt mit der Verfolgung seiner Anspr\u00fcche beauftragen kann.<\/div>\n<div>Wie man dem Blog des Kollegen <a href=\"http:\/\/www.ra-haensch.de\/php\/wordpress\/?p=288\">H\u00e4nsch<\/a> entnehmen kann, wird eine Verfassungsbeschwerde des betroffenen Anwalts gegen die Entscheidung vorbereitet. (zie)<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Anwalt, der au\u00dferhalb des Wettbewerbsrechts in rechtlich unzweifelhaften F\u00e4llen eine Abmahnung ausspricht und \u00fcber die n\u00f6tige eigene Sachkunde verf\u00fcgt, kann die dadurch entstandenen Kosten nach einem neuen Urteil des BGH (VI ZR 175\/05) nicht erstattet verlangen. In dem konkreten Fall hatte ein Anwalt einen Anrufer abgemahnt, der ihm am Telefon ein Immobiliengutachten aufschwatzen wollte. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"content-type":"","footnotes":""},"categories":[1,15],"tags":[],"class_list":["post-106","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-magazin","category-wettbewerbsrecht-kartellrecht"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=106"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lhr-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}